Ein selbst gebundener Reisigbesen mit Holzstiel und zwei Drahtbindungen lehnt neben einem gepflasterten Gartenweg an einer Holzwand

Reisigbesen selber machen – Praktischer Helfer für Gartenwege

Auf Gartenwegen sammeln sich im Herbst schnell trockene Blätter, kleine Zweige und lose Erde. Für solche Arbeiten braucht ihr nicht immer ein aufwendiges Gerät: Ein selbst gebundener Reisigbesen ist ein schlichter Helfer, der gut zum Garten passt. Seine feinen Zweige streichen über den Boden und schieben lockeres Material zusammen.

Besonders geeignet ist dünnes Birkenreisig, das beispielsweise an bereits heruntergefallenen Ästen hängt. Zusammen mit einem vorhandenen Holzstiel entsteht daraus ein brauchbares Werkzeug. Entscheidend ist weniger eine perfekte Form als eine feste Verbindung: Die Zweige müssen dicht zusammenliegen, damit der Besenkopf beim Fegen nicht auseinanderwandert.

🧰 Dieses Material braucht ihr

  • Mehrere große Handvoll dünnes, fein verzweigtes Birkenreisig
  • Einen glatten Holzstiel, etwa 110–120 cm lang und rund 3 cm dick
  • Biegsamen, blanken Spanndraht mit etwa 2 mm Durchmesser
  • Einen kleinen Spanngurt mit Klemmschloss
  • Gartenschere und gegebenenfalls eine kleine Handsäge
  • Kombizange und einen für die Drahtstärke geeigneten Seitenschneider
  • Eine Holzraspel zum Verjüngen des Stielendes
  • Arbeitshandschuhe

Plant etwa eine Stunde ein. Ein eher kleiner, handlicher Besenkopf lässt sich leichter fest binden als ein sehr dickes Bündel.

Welches Reisig eignet sich?

Verwendet feine, noch biegsame Zweige mit vielen dünnen Verzweigungen. Entfernt Blätter und grobe Seitenäste. Morsches Holz und Reisig, das schon beim leichten Biegen zerbröselt, sortiert ihr aus.

Das Material sollte abgetrocknet sein. Sehr frisches, nasses Reisig schrumpft beim Trocknen stärker, wodurch die Bindungen später locker werden können. Nutzt möglichst vorhandenes Material aus dem eigenen Garten, statt für den Besen extra größere Äste abzuschneiden.

✂️ Schritt für Schritt zum Reisigbesen

1. Zweige ausrichten:
Kürzt das Reisig auf ungefähr 50–60 cm. Legt es nach und nach zu einem kompakten Bündel zusammen. Alle dickeren Schnittenden zeigen in dieselbe Richtung, die feinen Spitzen bilden später die Kehrfläche. Dreht das Bündel beim Zusammenlegen etwas, damit es gleichmäßig wird.

2. Bündel zusammenpressen:
Legt den Spanngurt nahe den dickeren Enden um das Reisig und zieht ihn kräftig straff. Lasst daneben Platz für die Drahtbindung. Helfen euch zwei weitere Hände, lässt sich das Material leichter ausrichten und festhalten.

3. Mit Draht sichern:
Legt die erste Drahtbindung etwa fünf Zentimeter unterhalb der dicken Schnittenden an. Führt den Draht zweimal straff herum und verdreht seine Enden mit der Zange. Setzt eine zweite Bindung etwa acht bis zehn Zentimeter weiter in Richtung Zweigspitzen. Versetzt den Gurt dafür bei Bedarf und presst auch dort fest zusammen. Kürzt die Drahtenden und biegt sie vollständig ins Reisig.

4. Stiel einsetzen:
Raspelt ein Stielende auf etwa 15–20 cm Länge leicht konisch. Schiebt und dreht dieses Ende mittig zwischen die zusammengebundenen Zweige, bis es mindestens 15 cm tief sitzt. Reicht der Handdruck nicht aus, stellt ihr den Besen mit dem freien Stielende nach unten auf eine feste Holzunterlage. Haltet den Kopf mit Handschuhen fest und stoßt den Stiel vorsichtig auf, damit er tiefer ins Bündel rückt.

5. Form prüfen und nacharbeiten:
Entfernt den Spanngurt und zieht kräftig am Besenkopf. Er darf sich weder lösen noch frei drehen. Kürzt einzelne weit überstehende Zweige, ohne sämtliche feinen Spitzen abzuschneiden. Macht anschließend eine kleine Kehrprobe auf dem Gartenweg.

Tipp
Wackelt der Stiel oder rutschen einzelne Zweige heraus, bindet den Kopf erneut fester. Eine zusätzliche lockere Wicklung hilft wenig: Entscheidend ist, das Bündel vor dem Sichern mit dem Gurt wirklich zusammenzupressen.

🧹 Benutzen und richtig aufbewahren

Der Besen eignet sich für loses Laub und kleine Gartenreste auf befestigten Wegen. Arbeitet mit ruhigen, streichenden Bewegungen. Für festgesetzten Schmutz oder empfindliche Oberflächen ist er weniger geeignet.

Hängt den Besen nach der Arbeit trocken auf, statt ihn dauerhaft auf den Zweigspitzen stehen zu lassen. So verformt sich die Kehrfläche weniger. Prüft nach dem Nachtrocknen und später gelegentlich die Drahtbindungen. Werden sie locker, spannt ihr sie vor der nächsten Benutzung nach.