Eine einziehende Funkie steht in einem mit Kokosmatte geschützten Kübel auf Topffüßen neben einer Hauswand

Funkien überwintern – Gut geschützt in Beet und Topf

Wenn die großen Funkienblätter im Herbst gelb werden und langsam zusammenfallen, sieht das Beet plötzlich ganz anders aus. Das gehört zum natürlichen Jahreslauf: Die oberirdischen Pflanzenteile sterben ab, während die Funkie mit ihren unterirdischen Speicherorganen überwintert. Im nächsten Frühjahr erscheinen daraus wieder die vertrauten Triebspitzen.

Gut eingewachsene Hostas sind winterhart und kommen im Beet meist mit wenig Hilfe aus. Im Topf lohnt sich dagegen ein genauerer Blick auf Standort, Wasserabzug und Gefäßschutz. Entscheidend ist, eure Pflanzen passend zur Situation vorzubereiten und ihnen anschließend ihre Winterruhe zu lassen.

✂️ Das Laub in Ruhe einziehen lassen

Schneidet noch grüne, gesunde Blätter nicht vorschnell ab. Während des Einziehens verlagert die Pflanze Nährstoffe in ihre unterirdischen Teile. Erst wenn das Laub vollständig vergilbt, braun geworden oder zusammengefallen ist, könnt ihr es entfernen.

Verwendet dafür eine saubere Schere und arbeitet vorsichtig oberhalb des Bodenansatzes. Zieht nicht kräftig an festsitzenden Blattstielen. Abgestorbenes, gesundes Laub kann im Beet auch bis zum Frühjahr liegen bleiben. Entfernt jedoch auffällig krankes Material und vermeidet dichte, dauerhaft nasse Laubpackungen direkt über dem Horst.

Je nach Sorte und Witterung ziehen Funkien unterschiedlich früh ein. Ein bereits leer wirkender Topf bedeutet deshalb nicht, dass die Pflanze abgestorben ist.

Funkien im Beet überwintern

Gesunde, gut eingewachsene Funkien brauchen normalerweise keine zusätzliche Verpackung. Wichtig ist ein Boden, in dem sich Wasser nicht über längere Zeit staut. Winterhärte schützt nicht vor den Folgen dauerhaft vernässter Wurzeln.

Bei spät gesetzten oder frisch umgepflanzten Funkien kann eine lockere Schutzschicht sinnvoll sein, besonders in rauen Lagen. Dafür eignen sich beispielsweise sauberes, lockeres Laub oder Stroh. Bringt zusätzlichen Winterschutz erst bei anhaltend kaltem Wetter auf und kontrolliert, dass daraus keine schwere, nasse Decke wird.

Lockert oder entfernt überschüssiges Material im Frühjahr rechtzeitig wieder. Der Austrieb soll ungehindert wachsen können.

🪴 So bereitet ihr Funkien im Topf vor

1. Geschützten Standort wählen:
Rückt die Gefäße an eine windgeschützte Hauswand, möglichst außerhalb von Dachabläufen und besonders starkem Winterregen. Die Pflanzen bleiben draußen und werden nicht zum Weiterwachsen ins warme Wohnzimmer gestellt.

2. Wasserabzug kontrollieren:
Entfernt Untersetzer, in denen sich Regenwasser sammeln kann. Prüft, ob die Abzugslöcher frei sind. Stellt die Kübel standsicher auf geeignete Topffüße, damit Wasser unter dem Gefäß ablaufen kann.

3. Topfwände bei Bedarf isolieren:
Kleine Gefäße und Töpfe an exponierten Standorten sind stärkeren Temperaturschwankungen ausgesetzt. Bei längerem kräftigem Frost könnt ihr die Seiten mit einer geeigneten Kokosmatte umwickeln. Bindet sie fest, lasst aber die Oberfläche und den Ablauf offen.

4. Gefäß mitbedenken:
Verwendet frostgeeignete Töpfe. Eine Schutzmatte garantiert weder frostfreie Erde noch einen unbeschädigten ungeeigneten Topf. Kontrolliert außerdem gelegentlich, ob die Umwicklung noch sicher sitzt.

Tipp
Beschriftet eure Funkientöpfe vor dem vollständigen Einziehen und fotografiert die Stellplätze. So erkennt ihr im Winter, welcher scheinbar leere Topf zu welcher Pflanze gehört, und könnt die Sorten im Frühjahr wieder sicher zuordnen.

💧 Im Winter sparsam und gezielt gießen

Ohne Blätter verbrauchen Funkien deutlich weniger Wasser. Trotzdem soll besonders ein regengeschützt stehender Topfballen nicht vollständig austrocknen. Prüft die Erde gelegentlich mit dem Finger etwas unterhalb der Oberfläche.

Gießt nur bei Bedarf an frostfreien Tagen, wenn der Ballen aufgetaut ist. Gebt so viel Wasser, dass die Erde leicht durchfeuchtet wird und Überschüssiges ablaufen kann. Einen festen wöchentlichen Gießplan braucht ihr nicht. Im Beet reicht die natürliche Feuchtigkeit häufig aus.

Während der Winterruhe wird nicht zusätzlich gedüngt. Erst mit dem Wachstum im Frühjahr wird die Nährstoffversorgung wieder ein Thema.

Den neuen Austrieb im Blick behalten

Die unterirdische Funkie ist robuster als ihre frischen Blätter. Sobald im Frühjahr die Triebspitzen und jungen Blätter erscheinen, können späte Fröste Schäden verursachen. Bei angekündigten kalten Nächten hilft eine vorübergehende Abdeckung mit Gartenvlies.

Entfernt die Abdeckung nach der Frostphase wieder. Bleibt eine Funkie zunächst unsichtbar, gebt ihr Zeit: Austrieb und Entwicklung hängen von Sorte, Standort und Frühlingswetter ab.