Manchmal verändert sich ein Garten schneller als seine Pflanzen: Ein Baum wirft plötzlich mehr Schatten, ein Beet wird neu gestaltet oder eine stattliche Funkie bedrängt inzwischen ihre Nachbarn. Dann kann ein Standortwechsel sinnvoll sein. Mit etwas Vorbereitung lässt sich auch ein eingewachsener Horst versetzen, ohne ihn dafür teilen zu müssen.
Wichtig ist, dass die Pflanze möglichst viele Wurzeln behält und am neuen Platz passende Bedingungen findet. Bereitet deshalb zuerst das Pflanzloch vor und plant den Umzug an einem ruhigen, nicht zu warmen Tag. So verbringt die Funkie wenig Zeit außerhalb der Erde und kann sich anschließend auf das Anwachsen konzentrieren.
🗓️ Wann könnt ihr Funkien umpflanzen?
Günstig sind das zeitige Frühjahr, wenn die Triebspitzen gerade erscheinen, und der frühe Herbst. Im September ist der Boden häufig noch warm, während die größte Sommerhitze nachlässt. Bis zu länger anhaltendem Frost sollten noch mehrere Wochen zum Einwurzeln bleiben.
In rauen Lagen oder bei bereits sehr spätem Herbstwetter verschiebt ihr einen planbaren Umzug besser auf das Frühjahr. Gefrorener, völlig durchnässter oder stark ausgetrockneter Boden erschwert die Arbeit. Ein bedeckter Tag verringert zusätzlich die Belastung durch Sonne und Wärme.
Gut wachsende Funkien dürfen viele Jahre am selben Platz bleiben. Ein regelmäßiger Standortwechsel ist für ihre Gesundheit nicht nötig.
Den neuen Platz zuerst vorbereiten
Wählt einen Standort, der zur Sorte passt. Viele Funkien gedeihen im Halbschatten oder lichten Schatten auf humusreichem, gleichmäßig frischem Boden. Berücksichtigt auch den Platzbedarf der ausgewachsenen Pflanze und die Konkurrenz durch benachbarte Gehölzwurzeln.
Lockert den Boden und entfernt Unkraut sowie größere Steine. Bei Bedarf könnt ihr etwas reifen Kompost einarbeiten. Das Pflanzloch sollte ungefähr doppelt so breit wie der spätere Ballen sein, aber nicht tiefer als nötig: Die Funkie soll wieder auf derselben Höhe sitzen.
Legt Spaten, Gießkanne und ein Jutetuch oder eine stabile Plane bereit. Bei großen Horsten helfen eine Schubkarre und eine zweite Person beim Transport.
🛠️ So setzt ihr die Funkie um
1. Vorher auf die Bodenfeuchte achten:
Ist die Erde trocken, gießt die Pflanze am Vortag gründlich. Der Ballen lässt sich leichter zusammenhalten, wenn er durchfeuchtet, aber nicht schlammig ist.
2. Ballen großzügig umstechen:
Setzt den Spaten mit Abstand zu den Blattstielansätzen an und arbeitet euch rund um den Horst. Der nötige Abstand richtet sich nach der Pflanzengröße. Stecht lieber zunächst weiter außen, um möglichst viele Wurzeln zu erhalten.
3. Von unten lösen und anheben:
Lockert den Ballen schrittweise von mehreren Seiten und löst ihn vorsichtig auch darunter. Hebt ihn anschließend unterstützt von unten heraus. Zieht die Funkie nicht an ihren Blättern oder Blattstielen aus dem Boden. Eine Grabegabel kann beim behutsamen Lockern helfen.
4. Zügig zum neuen Platz bringen:
Setzt den Ballen auf das bereitliegende Tuch und transportiert ihn möglichst unzerbrochen. Lasst die Wurzeln nicht offen in Sonne oder Wind liegen. Gesunde grüne Blätter können bleiben; entfernt nur beschädigtes oder bereits abgestorbenes Laub.
5. Auf gleicher Höhe einpflanzen:
Setzt die Funkie so ein, dass die bisherige Erdoberfläche des Ballens mit dem umliegenden Boden abschließt. Füllt seitlich mit lockerer Erde auf und drückt sie vorsichtig an. Die Blattstielansätze sollen nicht unter einer zusätzlichen Erdschicht verschwinden.
💧 Nach dem Umpflanzen gut versorgen
Gießt gründlich an, damit sich die Erde an die Wurzeln legt. Kontrolliert in den folgenden Wochen die Feuchtigkeit im Ballen und seiner Umgebung. Haltet den Boden gleichmäßig feucht, ohne dass Wasser dauerhaft stehen bleibt.
Auch im folgenden Frühjahr und bei trockenen Phasen braucht die versetzte Funkie Aufmerksamkeit. Eine lockere Mulchschicht um die Pflanze kann helfen, Feuchtigkeit im Boden zu halten; den unmittelbaren Austriebsbereich lasst ihr frei.
Etwas hängendes Laub nach dem Umzug bedeutet nicht automatisch, dass ihr zusätzlich gießen müsst. Prüft zuerst die Erde. Wenn Standort und Wasserversorgung stimmen, gebt der Funkie vor allem Zeit, sich ungestört neu zu verwurzeln.