Manche Pflanzen wirken besonders schön, wenn sie nicht ordentlich in einer Reihe stehen. Die Akelei gehört dazu: Zwischen anderen Stauden, neben einem Gartenweg oder am Rand einer Gehölzpflanzung sehen ihre zarten Blüten aus, als hätten sie sich ihren Platz selbst ausgesucht.
Und manchmal haben sie genau das getan. Wo Akeleien ihre Samen ausreifen lassen dürfen, tauchen mit etwas Glück neue Pflänzchen auf – gelegentlich an Stellen, die ihr selbst gar nicht vorgesehen hättet.
Mit ihren ungewöhnlich geformten Blüten passen sie wunderbar in Bauerngärten und locker gestaltete Beete. Dabei lohnt es sich, ihnen etwas Freiraum zu lassen und zu beobachten, welche Gartenplätze sie nach und nach erobern.
🌸 Zarte Blüten mit auffälliger Form
Charakteristisch für viele Akeleien sind die nach hinten verlängerten Blütensporne. Bei der Gewöhnlichen Akelei (Aquilegia vulgaris) sind sie gekrümmt, während die Blüten meist leicht nach unten nicken.
Die Auswahl reicht von einfachen bis zu dicht gefüllten Blüten und von Weiß über Rosa bis zu Blau und Violett. Auch zweifarbige Varianten sind erhältlich.
Viele Gartenakeleien blühen im Mai und Juni. Ihre Blüten stehen auf schlanken Stielen über dem gelappten Laub und bringen dadurch eine luftige Ebene in die Pflanzung.
Bei der Auswahl lohnt sich neben der Farbe auch ein Blick auf die Wuchshöhe: Kompakte Formen passen an den vorderen Beetrand, höhere dürfen sich zwischen anderen Stauden zeigen.
Der passende Standort
Für die Gewöhnliche Akelei und viele ihrer Gartenformen eignet sich ein sonniger bis halbschattiger Platz. Der Boden sollte humos und durchlässig sein, ohne im Sommer völlig auszutrocknen.
Dauerhafte Nässe ist ebenso ungünstig wie ein ausgedörrter Standort. Besonders unter Gehölzen solltet ihr prüfen, ob die Wurzeln der Nachbarpflanzen dem Boden viel Wasser entziehen.
Das Frühjahr ist eine gute Pflanzzeit. Gießt frisch gesetzte Akeleien bei Trockenheit, bis sie eingewachsen sind.
Spezielle Arten für Steingärten können andere Ansprüche haben. Orientiert euch deshalb zusätzlich an den Angaben zur jeweiligen Pflanze.
🌱 Aussaat mit etwas Geduld
Wenn ihr Akeleien selbst heranziehen möchtet, könnt ihr Samen sammeln oder gekauftes Saatgut verwenden. Reif sind die Samen, wenn die Kapseln braun werden und sich zu öffnen beginnen.
Frisches Saatgut könnt ihr nach der Ernte aussäen. Für gekauftes Saatgut gelten die Angaben auf der Packung, denn Keimbedingungen und Vorbehandlung können sich unterscheiden.
Haltet die Aussaat gleichmäßig leicht feucht und vermeidet Staunässe. Akeleien keimen mitunter langsam; manche Saatpartien benötigen eine feuchte Kältephase. Gebt eine scheinbar leere Anzuchtschale deshalb nicht vorschnell auf.
Bis zur ersten Blüte kann es ein bis zwei Jahre dauern.
Selbstaussaat: Überraschungen ausdrücklich erlaubt
Akeleien sind eher kurzlebige Stauden, können sich aber durch Selbstaussaat im Garten erhalten. Dafür müssen zumindest einige Samenstände stehen bleiben dürfen.
Die Nachkommen sehen allerdings nicht immer wie die Mutterpflanze aus. Unterschiedliche Gartenakeleien können sich miteinander kreuzen – so entstehen gelegentlich neue Farbkombinationen.
Ihr könnt entscheiden, wie viel Zufall ihr im Beet möchtet:
- Für eine lockere, sich verändernde Pflanzung lasst ihr einige Samenstände ausreifen.
- Wenn ihr möglichst wenig Nachwuchs möchtet, entfernt ihr Verblühtes vor der Samenreife.
- Für eine bestimmte Blütenfarbe wählt ihr beim Nachkaufen gezielt die passende Sorte aus.
✂️ Pflege nach der Blüte
Verblühte Stängel könnt ihr abschneiden, sofern ihr keine Samen gewinnen möchtet. Wird auch das Laub unansehnlich, kann ein Rückschnitt einen frischen Blattaustrieb fördern.
Bei trockenem Boden hilft anschließend eine gründliche Wassergabe.
Eine regelmäßige kräftige Düngung ist in normalem Gartenboden meist unnötig. Achtet vor allem darauf, dass eure Akeleien weder dauerhaft nass stehen noch völlig austrocknen.
Ein lockerer Platz zwischen anderen Stauden
Besonders natürlich wirken Akeleien, wenn ihr einzelne Exemplare an mehreren Stellen im Beet wiederholt. So könnt ihr eine Blütenfarbe aufgreifen, ohne eine geschlossene Reihe anzulegen.
Später austreibende oder sommerblühende Stauden sind schöne Nachbarn: Sie übernehmen den Blickfang, wenn die Akeleiblüte vorbei ist, und verdecken nach und nach weniger ansehnliches Laub.
Lasst ruhig ein paar Sämlinge dort stehen, wo sie euch gefallen. Gerade diese kleinen Zufallsfunde machen den Charme eines naturnahen Gartens aus.