Im Herbst sehen Zierlauchzwiebeln noch ziemlich unscheinbar aus. Dass daraus einmal hohe Stiele mit auffälligen Blütenkugeln wachsen sollen, lässt sich beim Pflanzen kaum erahnen.
Doch genau jetzt könnt ihr den Auftritt für das nächste Gartenjahr vorbereiten. Zwischen Stauden gesetzt, bringen die kugeligen Blüten später eine Form ins Beet, die sich deutlich von Blütenähren, flachen Schirmen und locker verzweigten Blütenständen unterscheidet.
Dabei muss Zierlauch nicht in einer geschlossenen Gruppe stehen. Wiederholt ihr einzelne Pflanzen an mehreren Stellen, entsteht ein schöner Rhythmus. So verbinden die Blütenkugeln verschiedene Beetbereiche miteinander – und bleiben auch nach dem Verblühen noch einen zweiten Blick wert.
🌸 Nicht jede Blütenkugel ist gleich
Unter dem Namen Zierlauch findet ihr zahlreiche Arten und Sorten der Gattung Allium. Hier geht es vor allem um die zwiebelbildenden Gartenformen, die im Herbst gepflanzt werden.
Die Unterschiede sind größer, als es auf den ersten Blick scheint:
- ‘Purple Sensation’ setzt kräftig violette Akzente im Frühsommer.
- Sternkugel-Lauch bildet große, locker aufgebaute Kugeln aus vielen sternförmigen Einzelblüten.
- ‘Mount Everest’ bringt weiße Blüten auf hohen Stielen ins Beet.
- Kugelköpfiger Lauch trägt kleinere, eher eiförmige Blütenköpfe und blüht später als viele großblumige Formen.
Viele bekannte Zierlauchsorten blühen im Mai und Juni. Mit später blühenden Arten könnt ihr die Saison verlängern.
Achtet beim Kauf deshalb auf Blütezeit, Wuchshöhe und Größe der Blütenstände. Eine große Blütenkugel sitzt nicht automatisch auf dem höchsten Stiel.
Ein sonniger Platz ohne Staunässe
Die meisten klassischen Zwiebel-Zierlauche mögen einen sonnigen, warmen Standort. Besonders wichtig ist ein durchlässiger Boden.
Bleibt die Erde über längere Zeit nass, können die Zwiebeln faulen. Prüft deshalb vor dem Pflanzen, ob sich nach Regen Wasser an der vorgesehenen Stelle sammelt.
Ein etwas geschützter Platz ist für hohe Sorten günstig, damit der Wind die langen Stiele nicht so stark beansprucht.
Wählt außerdem einen Bereich, in dem ihr später nicht ständig grabt oder hackt. Während der Ruhezeit sind die Zwiebeln oberirdisch kaum zu erkennen und können bei Bodenarbeiten leicht verletzt werden.
🌱 Im Herbst die Zwiebeln setzen
Für viele Zierlaucharten liegt die Pflanzzeit zwischen September und November. Der Boden sollte frostfrei und gut bearbeitbar sein.
Verwendet feste, gesunde Zwiebeln ohne weiche oder faulende Stellen. Lockert die Erde und entfernt Unkraut, bevor ihr die Pflanzlöcher anlegt.
So geht ihr vor:
- Prüft auf der Verpackung die Pflanztiefe und den empfohlenen Abstand.
- Hebt ein ausreichend breites und tiefes Pflanzloch aus.
- Setzt die Zwiebel mit der Triebspitze nach oben hinein.
- Füllt das Loch mit lockerer Erde und drückt sie leicht an.
Als grobe Orientierung liegt der Zwiebelboden bei vielen Arten etwa drei Zwiebelhöhen unter der Erdoberfläche. Die konkreten Angaben zur gewählten Art haben jedoch Vorrang.
Große Sorten brauchen mehr Abstand als kleine. Plant den Platz deshalb nach der späteren Pflanze und nicht nur nach der Größe der Zwiebel.
Warum das Laub früh gelb wird
Bei vielen großblumigen Zierlauchen beginnt das Laub bereits zur Blütezeit zu vergilben. Das ist nicht automatisch ein Zeichen für einen Pflegefehler.
Setzt die Zwiebeln deshalb zwischen passende Stauden, deren Laub den unteren Bereich später verdeckt. Beispielsweise können austreibender Phlox oder andere geeignete Beetnachbarn diese Aufgabe übernehmen.
Schneidet noch grüne Blätter nicht vorschnell ab. Lasst das Laub möglichst natürlich einziehen und entfernt es, wenn es vollständig abgestorben ist.
So bleibt die Blütenkugel sichtbar, während die weniger attraktive Basis in der übrigen Pflanzung verschwindet.
Gießen und pflegen mit Zurückhaltung
Eingewachsene Zwiebel-Zierlauche benötigen im Beet meist wenig zusätzliche Bewässerung. Während des Wachstums solltet ihr bei längerer Trockenheit dennoch auf die Bodenverhältnisse achten.
In der sommerlichen Ruhephase ist dauerhaft nasse Erde ungünstig. Ein Platz direkt neben Pflanzen, die ständig kräftig bewässert werden müssen, passt deshalb häufig weniger gut.
Eine regelmäßige starke Düngung ist in normal versorgtem Gartenboden meist unnötig. Entscheidend sind der passende Standort und ein Boden, aus dem überschüssiges Wasser abziehen kann.
🪴 Zierlauch im Kübel
Auch im Topf könnt ihr Zierlauch kultivieren. Wählt ein ausreichend tiefes Gefäß, damit die Zwiebeln in der vorgesehenen Tiefe Platz finden.
Abzugslöcher und strukturstabile Erde sind unverzichtbar. Lasst kein Wasser im Untersetzer stehen.
Während des Wachstums brauchen Topfpflanzen mehr Aufmerksamkeit als Exemplare im Beet. Im Winter stellt ihr das Gefäß geschützt auf und vermeidet anhaltende Vernässung durch Regen.
Für kleinere Plätze sind kompaktere Arten oft praktischer als besonders hohe Sorten.
Auch nach der Blüte dekorativ
Verblühte Zierlauchkugeln müsst ihr nicht sofort abschneiden. Ihre trockenen Samenstände können zwischen Stauden und Gräsern noch lange interessant aussehen.
Ihr könnt sie im Beet stehen lassen oder für Trockensträuße verwenden. Wer die Samenbildung begrenzen möchte, entfernt die Blütenstände dagegen rechtzeitig.
Mit einer passenden Sortenauswahl begleitet euch Zierlauch so vom ersten Austrieb bis zum trockenen Blütenstand. Die eigentliche Gartenarbeit beginnt dafür bereits im Herbst – mit ein paar unscheinbaren Zwiebeln.