Graue Asseln auf feuchtem Herbstlaub neben einem verwitterten Holzstück

Asseln im Garten – Kleine Helfer für einen lebendigen Boden

Hebt ihr einen Blumentopf an oder schaut unter ein Stück Holz, kommt oft Bewegung in die scheinbar stille Gartenecke. Kleine graue Tiere verschwinden zwischen Erde und Laub: Asseln.

Ihr Aussehen macht sie nicht unbedingt zu den beliebtesten Gartenbewohnern. Dabei übernehmen sie eine wichtige Aufgabe, von der auch eure Pflanzen profitieren.

Asseln fressen vor allem abgestorbenes Pflanzenmaterial und helfen dabei, es zu zerkleinern. Gerade im Herbst, wenn reichlich Laub auf den Boden fällt, lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf diese unauffälligen Helfer.

🔍 Asseln sind kleine Krebstiere

Auch wenn sie manchmal dafür gehalten werden: Asseln sind keine Insekten. Die im Garten lebenden Landasseln gehören zu den Krebstieren.

Erwachsene Tiere besitzen sieben Beinpaare und einen deutlich gegliederten Körperpanzer. Häufig sind sie grau oder braun gefärbt und fallen zwischen Erde, Rinde und Laub kaum auf.

In unseren Gärten begegnen uns beispielsweise Kellerasseln, Mauerasseln und Rollasseln. Nicht jede Assel kann sich bei Gefahr zusammenrollen – diese Fähigkeit ist vor allem für Rollasseln typisch.

Für die Gartenpraxis müsst ihr nicht jede Art bestimmen können. Entscheidend ist, ihre Rolle als Bewohner der Laub- und Bodenschicht zu kennen.

Was Asseln für den Boden leisten

Asseln ernähren sich unter anderem von feuchtem Falllaub, morschem Holz und anderen abgestorbenen Pflanzenresten. Besonders interessant ist Material, das bereits von Pilzen und Mikroorganismen besiedelt wurde.

Beim Fressen zerkleinern sie diese Reste. Ihre Ausscheidungen werden anschließend von weiteren Bodenorganismen bearbeitet.

So wirken Asseln gemeinsam mit Pilzen, Bakterien und anderen Bodentieren an der Zersetzung mit. Nährstoffe aus abgestorbenen Pflanzenteilen gelangen dadurch nach und nach zurück in den natürlichen Kreislauf.

Auch im Kompost könnt ihr die Tiere entdecken. Dort sind sie Teil einer ganzen Gemeinschaft, die organisches Material verarbeitet.

Warum sie feuchte Verstecke brauchen

Landasseln verlieren leicht Feuchtigkeit und sind deshalb auf geschützte Aufenthaltsorte angewiesen. Sonnige, trockene und offene Flächen bieten ihnen wenig Schutz.

Tagsüber sitzen sie häufig unter Holzstücken, Steinen oder Pflanzgefäßen. Auch eine lockere Laubschicht bietet passende Zwischenräume.

Viele Asseln werden vor allem bei Dunkelheit aktiv und gehen dann auf Nahrungssuche. Wenn ihr tagsüber keine seht, bedeutet das also nicht, dass im Garten keine leben.

🍂 Mit Herbstlaub Lebensraum schaffen

Lasst unter Hecken und Sträuchern einen Teil des gesunden Falllaubs liegen. Dort bietet es Nahrung und schützt den Boden vor schnellem Austrocknen.

Vom Rasen und von rutschigen Wegen könnt ihr die Blätter vorsichtig zusammenrechen. Verteilt sie anschließend an geeigneten Stellen, ohne niedrige Pflanzen unter dicken, nassen Schichten zu begraben.

Ein morsches Holzstück in einer schattigen Gartenecke ergänzt das Angebot. Bestehende Verstecke solltet ihr möglichst selten umräumen.

Tipp
Wenn ihr Asseln beobachten möchtet, hebt ein loses Holzstück vorsichtig an. Legt es danach behutsam wieder zurück, ohne Tiere einzuklemmen. So bleibt das feuchte Versteck erhalten.

🌱 Können Asseln Pflanzen schädigen?

Gesunde, kräftige Pflanzen werden von Asseln normalerweise kaum geschädigt. Gelegentlich fressen die Tiere jedoch an sehr weichem Pflanzengewebe, beispielsweise an Keimlingen oder bodennahen Erdbeeren.

Ihr bloßes Auftauchen an einer beschädigten Pflanze beweist noch nicht, dass sie den Schaden verursacht haben. Oft nutzen sie bereits angefressenes oder faulendes Gewebe.

Kontrolliert empfindliche Aussaaten deshalb gezielt und beobachtet, welche Tiere tatsächlich fressen. Bei Bedarf könnt ihr Asseln dort vorsichtig absammeln und in eine geschützte Gartenecke mit verrottendem Pflanzenmaterial setzen.

Unauffällige Tiere mit einer wichtigen Aufgabe

Asseln gehören außerdem zum Speiseplan anderer Gartentiere, darunter Kröten, Spitzmäuse und Laufkäfer. Sie verbinden damit die Zersetzung von Pflanzenresten mit dem weiteren Nahrungsnetz.

Ein Garten mit Laub, etwas Totholz und ungestörten Bodenbereichen bietet ihnen gute Voraussetzungen. Dafür braucht es meist keine besondere Ausstattung – ein wenig Platz für natürliche Abläufe genügt.