Mit ihren durchsichtigen Flügeln und den goldfarben schimmernden Augen wirken Florfliegen fast wie kleine Feen. Oft sitzen sie unauffällig zwischen Blättern, während wir an ihnen vorbeigehen.
Dabei lohnt es sich, diese Gartenbewohner kennenzulernen. Besonders ihre Larven helfen dabei, Blattlausbestände auf natürliche Weise zu begrenzen.
Im Herbst begegnen uns Florfliegen manchmal auch am Fenster oder an der Zimmerwand, wenn sie einen geschützten Platz suchen. Mit blühenden Pflanzen, passenden Rückzugsorten und etwas Aufmerksamkeit könnt ihr die zarten Insekten durch das Gartenjahr begleiten.
🔍 So erkennt ihr Florfliegen
Viele der häufig beobachteten Florfliegen sind zartgrün und besitzen einen schlanken Körper. Auffällig sind ihre langen, fadenförmigen Fühler und die metallisch glänzenden Augen.
Ihre vier durchsichtigen Flügel werden in Ruhe dachförmig über dem Körper getragen. Ein dichtes Netz feiner Adern durchzieht die Flügelflächen und erklärt die Zugehörigkeit zu den Netzflüglern.
Florfliegen sind also trotz ihres Namens keine Fliegen im zoologischen Sinn. Zu ihrer Familie gehören verschiedene Arten, die sich im Aussehen und in ihrer Lebensweise unterscheiden.
Viele sind vor allem in der Dämmerung und nachts unterwegs. Tagsüber entdeckt ihr sie eher ruhend zwischen Blättern und Zweigen.
Kleine Blattlauslöwen im Beet
Die Larven sehen ihren geflügelten Eltern kaum ähnlich. Sie sind länglich, besitzen sechs Beine und tragen am Kopf auffällige, gebogene Mundwerkzeuge.
Mit diesen greifen sie ihre Beute und saugen sie aus. Blattläuse gehören zu ihrer wichtigsten Nahrung, daneben erbeuten sie beispielsweise Spinnmilben und weitere kleine Gliederfüßer.
Weil sie so erfolgreiche Jäger sind, werden die Larven auch Blattlauslöwen genannt. Wie viele Beutetiere sie tatsächlich fressen, hängt unter anderem von Temperatur, Entwicklungsstadium und Nahrungsangebot ab.
Die Eier könnt ihr ebenfalls erkennen: Sie sitzen auf feinen Stielchen an Blättern oder anderen Pflanzenteilen. Solche kleinen Gebilde solltet ihr beim Kontrollieren eurer Pflanzen möglichst ungestört lassen.
🌼 Nahrung für die erwachsenen Tiere
Bei häufigen Arten aus der Gruppe der Gemeinen Florfliege stehen Nektar, Pollen und Honigtau auf dem Speiseplan. Honigtau sind die zuckerhaltigen Ausscheidungen von Blattläusen.
Andere Florfliegenarten leben auch als erwachsene Tiere räuberisch. Ein Garten mit verschiedenen Pflanzen und Strukturen berücksichtigt diese unterschiedlichen Bedürfnisse besser als eine einzelne Futterpflanze.
Lasst beispielsweise etwas Dill zur Blüte kommen und ergänzt eure Beete mit Ringelblumen und weiteren ungefüllt blühenden Pflanzen. Auch Kornblumen können das Nahrungsangebot für Garteninsekten bereichern.
Verteilt die Blütezeiten möglichst über die Saison. So entstehen weniger lange Lücken im Angebot von Pollen und Nektar.
🍂 Florfliegen beim Überwintern helfen
Bei der Gemeinen Florfliege überwintern erwachsene Tiere an geschützten Plätzen. Andere Florfliegenarten verbringen die kalte Jahreszeit beispielsweise als Puppe.
Laub unter Sträuchern, Rindenspalten und geschützte Nischen bieten Rückzugsmöglichkeiten. Auch kühle Schuppen, Garagen oder Dachböden können als Winterquartier dienen.
Verirrt sich eine Florfliege in einen beheizten Wohnraum, könnt ihr sie vorsichtig mit einem Glas und einem Stück Papier aufnehmen. Setzt sie in einen geeigneten kühlen, geschützten Raum, aus dem sie im Frühjahr wieder nach draußen gelangen kann.
Ein dauerhaft warmes Wohnzimmer eignet sich schlecht als Winterquartier. Lasst ruhende Tiere in passenden Verstecken möglichst ungestört.
Mit wenig Aufwand Lebensraum erhalten
Neben Blüten brauchen Florfliegen Bereiche, in denen sie sich verstecken und entwickeln können. Hecken, Sträucher und etwas Laub am Boden ergänzen das Angebot im Beet.
Verzichtet möglichst auf breit wirkende Insektizide, die auch natürliche Gegenspieler treffen können. Eine kleine Blattlauskolonie gehört schließlich ebenfalls zum Nahrungsnetz.
Florfliegen sorgen nicht für einen vollständig schädlingsfreien Garten. Sie sind jedoch wertvolle Helfer – und ein guter Anlass, zwischen den Blättern einmal genauer hinzuschauen.