Igel im Garten zwischen Herbstlaub

Igel im Garten – So helft ihr den kleinen Insektenfressern

Igel gehören zu den beliebtesten tierischen Gästen in naturnahen Gärten. Die stacheligen Einzelgänger sind nicht nur niedlich anzusehen, sondern auch äußerst nützlich: Sie vertilgen Schnecken, Engerlinge und andere Schädlinge. Doch unsere Gärten werden zunehmend aufgeräumter und bieten oft kaum noch geeigneten Lebensraum für sie. Mit ein paar einfachen Maßnahmen könnt ihr den Igeln helfen – und gleichzeitig euren Garten bereichern.

🪴 Was Igel brauchen

Igel sind nachtaktive Tiere, die tagsüber in geschützten Unterschlüpfen schlafen. Sie benötigen:

  • Versteckmöglichkeiten wie Laub- oder Reisighaufen, Hecken oder dichte Sträucher
  • Zugang zu Insektennahrung wie Käfer, Regenwürmer, Larven oder Schnecken
  • Sichere Durchgänge zwischen Gärten – offene Zäune oder kleine Durchlässe

Schon eine einzige unaufgeräumte Gartenecke kann ausreichen, um einen Igel glücklich zu machen.

🏡 Unterschlupf & Winterquartier schaffen

Igel halten Winterschlaf – je nach Wetter von Oktober bis März. Dafür suchen sie einen geschützten, trockenen Ort. Ideal sind:

  • Aufgeschichtete Laubhaufen oder Reisigberge unter Sträuchern
  • Spezielle Igelhäuser aus Holz oder Ton – erhältlich im Handel oder selbst gebaut
  • Unzugängliche Ecken im Garten, die nicht gestört werden

Wichtig: Die Quartiere sollten nicht zu früh im Herbst entfernt oder umgeschichtet werden!

🍽️ Igel füttern – ja oder nein?

In einem naturnahen Garten findet ein Igel meist genug Futter. Nur in Ausnahmefällen – bei untergewichtigen Jungtieren im Herbst oder kranken Tieren – kann man zufüttern. Geeignet sind:

  • Katzennassfutter ohne Soße
  • Gekochtes Ei oder Rührei
  • Wasser (niemals Milch!)

Keine gute Idee: Obst, Nüsse, rohes Fleisch oder Hundefutter mit hohem Fettanteil.

Tipp
Füttern ist nur in besonderen Fällen nötig. Besser ist es, den Garten so naturnah zu gestalten, dass Igel genügend Nahrung finden.

⚠️ Gefahren vermeiden

Leider lauern in vielen Gärten auch Risiken. Vermeidet:

  • Gartengeräte wie Mähroboter nachts laufen zu lassen
  • Giftige Mittel wie Schneckenkorn oder Insektizide
  • Abdeckungen (z. B. Teichnetze) oder Kellerfenster ohne Schutz – Igel können hineinfallen
  • Zäune ohne Durchlass – eine kleine Öffnung von 10×10 cm reicht schon

✅ Fazit

Ein igelfreundlicher Garten muss nicht wild sein – aber vielfältig. Schon mit einfachen Mitteln wie einem Laubhaufen, einem Durchschlupf im Zaun und einem naturnahen Eckchen könnt ihr einem Igel das Überleben sichern. Und als Dank sorgt er dafür, dass ihr weniger Schnecken im Beet habt.