Ohrenkriecher auf grünem Blatt im Garten

Ohrenkriecher im Garten – Nützling mit schlechtem Ruf

Sie tragen eine Zange am Hinterteil, sind flink unterwegs – und bei vielen eher unbeliebt: Ohrenkriecher, auch Ohrenkneifer genannt. Dabei sind die kleinen Kerlchen äußerst nützlich im Garten – und völlig harmlos für Mensch und Tier. Zeit, mit Vorurteilen aufzuräumen – und einem unterschätzten Helfer die Bühne zu geben!

Wenn ihr genauer hinschaut, entdeckt ihr faszinierende Details: Ohrenkriecher sind geschickte Jäger, die vor allem nachts unterwegs sind und dabei still und effektiv Blattläuse und andere Schädlinge vertilgen. Tagsüber verkriechen sie sich in dunkle Verstecke, wo man sie kaum bemerkt. Damit sind sie ein Paradebeispiel dafür, wie nützlich kleine Gartenbewohner sein können – auch wenn ihr Ruf oft anderes vermuten lässt.

🔍 Mythen & Fakten – Kriechen die wirklich in Ohren?

Der Name „Ohrenkriecher“ stammt aus alten Zeiten – man glaubte, sie würden nachts in menschliche Ohren kriechen. Keine Sorge: Das tun sie nicht.

Ohrenkriecher sind scheue Bodenbewohner, die lieber unter Laub, in Ritzen oder dunklen Ecken leben – am liebsten draußen. Die Zange am Hinterleib dient nicht zum Zwicken von Menschen, sondern zur Verteidigung oder beim Beutefang.

🐞 Warum Ohrenkriecher so nützlich sind

Ohrenkriecher sind Allesfresser mit Vorliebe für Blattläuse, Milben und andere Schädlinge. Sie sind damit ein natürliches Mittel gegen Lausplagen – besonders an:

  • Rosen
  • Obstbäumen (v. a. Apfel, Pflaume)
  • Stauden
  • Kräutern

Sie fressen aber auch Pollen und Pflanzenteile – jedoch in einem Ausmaß, das kaum schadet.

🏡 Lebensweise – Wo wohnen Ohrenkriecher?

Tagsüber verstecken sie sich an dunklen, trockenen, engen Orten – z. B.:

  • unter Rindenstücken
  • in Mauerritzen
  • unter Blättern
  • in Blumentöpfen oder Holzwolle

Nachts gehen sie auf Beutezug – ganz ohne Lärm oder Zerstörung. Im Winter ziehen sie sich in den Boden zurück.

🪴 So könnt ihr ihnen helfen

Wenn ihr Ohrenkriecher im Garten ansiedeln oder fördern wollt, bietet ihnen geeignete Verstecke an. Besonders bewährt haben sich:

Tontopf-Unterschlupf selber machen
Ein umgedrehter, mit Holzwolle gefüllter Tontopf – entweder hängend direkt am Stamm oder auf einem Ast gesteckt im Beet – ist das perfekte Ohrenkriecherhotel.
👉 Eine ausführliche Anleitung findet ihr in unseren DIY-Tipps.

Wilde Ecken zulassen
Laubhaufen, alte Äste oder nicht perfekt aufgeräumte Beete bieten den Tieren Schutz – und erhöhen die Chancen, dass sie sich ansiedeln.

✅ Nützling mit Imageproblem?

Der Ohrenkriecher hat’s nicht leicht – Zangen, Name und flinkes Verhalten machen ihn zum Angstkandidaten. Aber wer genauer hinschaut, entdeckt einen stillen, fleißigen Schädlingsbekämpfer, der ganz ohne Chemie auskommt. Also: Lasst ihn machen!