Regenwurm auf feuchter krümeliger Gartenerde unter einem braunen Laubblatt

Regenwürmer im Garten – Fleißige Helfer für gesunde Böden

Meist bemerken wir Regenwürmer erst, wenn beim Pflanzen plötzlich einer zwischen den Erdkrümeln auftaucht. Dabei arbeiten die Tiere auch dann im Garten weiter, wenn wir sie überhaupt nicht sehen.

Unter unseren Füßen entstehen Gänge, Pflanzenreste werden eingezogen und organisches Material mit Erde vermischt. Das wirkt unscheinbar, trägt aber dazu bei, dass Gartenboden Wasser aufnehmen kann und Pflanzenwurzeln günstige Bedingungen finden.

Für die Förderung der Regenwürmer braucht ihr keine besondere Futterstation. Viel hilfreicher ist ein Blick darauf, wie ihr mit euren Beeten umgeht. Ein bedeckter Boden und möglichst wenig unnötige Störung können den verborgenen Gartenbewohnern bereits entgegenkommen.

Nicht jeder Regenwurm lebt gleich

Unter dem Namen Regenwurm verbergen sich verschiedene Arten mit unterschiedlichen Lebensweisen.

Grob lassen sich drei Gruppen unterscheiden:

  • Streubewohner leben nahe der Oberfläche zwischen abgestorbenen Pflanzenresten.
  • Mineralbodenbewohner bewegen sich durch die oberen Bodenschichten und vermischen dort Erde und organisches Material.
  • Tiefgräber legen weit nach unten reichende Wohnröhren an. Dazu gehört der bekannte Tauwurm.

Deshalb findet ihr nicht alle Arten an derselben Stelle. Ein Wurm im Kompost hat andere Lebensbedingungen als ein Tiefgräber unter dem Rasen.

🌱 Was Regenwürmer für den Boden tun

Regenwürmer ernähren sich von abgestorbenem beziehungsweise bereits angerottetem organischem Material. Manche ziehen Blätter von der Oberfläche in ihre Gänge.

Bei der Verdauung wird dieses Material mit mineralischen Bodenbestandteilen vermischt. Die ausgeschiedenen Krümel tragen zu einem stabilen Bodengefüge bei.

Auch die Gänge sind wichtig: Sie schaffen luftführende Hohlräume und können das Versickern von Niederschlägen erleichtern. Pflanzenwurzeln nutzen solche vorhandenen Wege ebenfalls.

Regenwürmer sind außerdem selbst Nahrung für andere Tiere, beispielsweise Vögel und Laufkäfer. Sie gehören damit zu einem größeren Nahrungsnetz im Garten.

🍂 Laub und Mulch als Unterstützung

Ein ständig blank geharktes Beet bietet wenig abgestorbenes Pflanzenmaterial an der Oberfläche. Eine passende Bodenabdeckung liefert dagegen Nahrung und schützt vor starken Temperaturschwankungen und Austrocknung.

Auf geeigneten Flächen könnt ihr beispielsweise verwenden:

  • locker verteiltes Herbstlaub,
  • dünne Schichten geeigneter Pflanzenreste,
  • reifen Kompost als oberflächliche Gabe.

Die Abdeckung sollte zum Beet passen. Kleine Pflanzen und empfindliche Pflanzenherzen dürfen nicht unter einer dichten, nassen Schicht verschwinden.

Tipp
Sammelt Laub von Wegen und Rasenflächen mit dem Rechen und verteilt einen Teil locker unter Gehölzen oder auf passenden Beeten. So bleibt es im Garten nutzbar, statt vollständig entsorgt zu werden.

Den Boden möglichst wenig stören

Häufiges tiefes Umgraben und Fräsen kann Tiere verletzen und ihre Gangsysteme zerstören. Bearbeitet die Erde deshalb nur so intensiv, wie es für die jeweilige Gartenarbeit nötig ist.

Wo eine Lockerung ausreicht, müsst ihr nicht jedes Jahr sämtliche Bodenschichten wenden. Vermeidet außerdem unnötiges Betreten nasser Beete, um Verdichtung entgegenzuwirken.

Wenn ihr beim Pflanzen einen Regenwurm freilegt, setzt ihn vorsichtig wieder in geschützte, feuchte Erde in der Nähe. Lasst ihn nicht auf einem sonnigen Weg liegen.

Kleine Erdhäufchen auf dem Rasen

Manche Arten hinterlassen ihre Ausscheidungen als kleine gewundene Erdhäufchen an der Oberfläche. Besonders in feuchten Jahreszeiten fallen sie auf.

Diese Häufchen sind kein Grund, Regenwürmer zu bekämpfen. Ihr Nutzen für den Boden überwiegt die kleine Unordnung deutlich.

Wenn euch die Häufchen auf dem Rasen stören, wartet, bis sie trocken sind. Dann lassen sie sich vorsichtig verteilen. Nasse Häufchen zu verstreichen verschmiert dagegen die Oberfläche.

❄️ Wo bleiben sie bei Hitze und Frost?

Im Frühjahr und Herbst entdeckt ihr Regenwürmer häufig leichter, weil feuchte Erde und mäßige Temperaturen ihre Aktivität begünstigen.

Bei Hitze, Trockenheit oder starker Kälte werden viele weniger aktiv und ziehen sich in geschützte Bereiche zurück. Manche Arten verbringen Ruhephasen zusammengerollt in kleinen Hohlräumen.

Eine Laub- oder Mulchauflage kann die Bedingungen im Boden abmildern. Sie ersetzt jedoch keine intakte Bodenstruktur.

Müssen Regenwürmer gekauft werden?

Für einen gewöhnlichen Garten ist ein Zukauf normalerweise nicht nötig. Verbessert lieber die Lebensbedingungen für die bereits vorhandenen Tiere.

Auch gekaufte Kompostwürmer sind keine universelle Lösung für jedes Beet. Sie sind an organisches Material im Kompost beziehungsweise in einer geeigneten Wurmkiste angepasst.

Ein lebendiger Boden entsteht vor allem durch langfristig passende Pflege. Wer Pflanzenreste sinnvoll nutzt, Verdichtung vermeidet und dem Boden Ruhe lässt, unterstützt damit weit mehr als nur die Regenwürmer.