Sie stehen scheinbar mühelos in der Luft, wechseln blitzschnell die Richtung und landen kurz darauf auf einer Blüte. Schwebfliegen gehören zu den Gartenbesuchern, bei denen sich ein genauer Blick besonders lohnt.
Mit ihrer gelb-schwarzen Zeichnung erinnern viele Arten an Wespen. Tatsächlich sind sie harmlose Fliegen, die weder stechen noch beißen.
Im Garten übernehmen sie gleich mehrere Aufgaben: Erwachsene Tiere besuchen Blüten und tragen zur Bestäubung bei, während die Larven vieler Arten Blattläuse fressen. Mit einem vielfältigen Blütenangebot und einigen ungestörten Ecken könnt ihr die kleinen Flugkünstler unterstützen.
🔍 So erkennt ihr Schwebfliegen
Ihr auffälliger Schwebeflug ist ein guter erster Hinweis: Die Tiere verharren an einer Stelle, bevor sie plötzlich weiterfliegen. Für eine sichere Unterscheidung lohnt sich zusätzlich ein Blick auf den Körper.
Schwebfliegen besitzen nur ein Flügelpaar. Bienen und Wespen haben dagegen zwei Flügelpaare, die allerdings übereinanderliegen können und deshalb nicht immer leicht zu erkennen sind.
Auch die meist kurzen Fühler und großen Augen helfen beim Einordnen. Die Färbung allein reicht nicht aus: Neben gelb-schwarzen Arten gibt es auch solche, die eher Bienen oder Hummeln ähneln.
Eine häufige Besucherin ist die Hainschwebfliege. Ihre orangegelben und schwarzen Hinterleibsbinden machen sie zu einem auffälligen Gast an Blüten.
Erwachsene Tiere und Larven haben unterschiedliche Aufgaben
Erwachsene Schwebfliegen ernähren sich von Nektar und Pollen. Beim Wechsel zwischen den Blüten können sie Blütenstaub übertragen und unterstützen damit die Bestäubung.
Die Larven vieler Arten leben dagegen räuberisch. Ihre Weibchen legen Eier in der Nähe von Blattlauskolonien ab, sodass der Nachwuchs gleich passende Nahrung findet.
Diese Larven sehen ganz anders aus als die erwachsenen Tiere: Sie sind beinlos, häufig hell oder durchscheinend und bewegen sich langsam über Blätter und Triebe. Zwischen Blattläusen können sie deshalb leicht übersehen oder für unerwünschte Pflanzenbesucher gehalten werden.
Allerdings fressen nicht alle Schwebfliegenlarven Blattläuse. Je nach Art entwickeln sie sich beispielsweise in abgestorbenem Pflanzenmaterial oder in Gewässern und übernehmen dort andere Aufgaben.
🌼 Mit passenden Blüten Nahrung anbieten
Für erwachsene Schwebfliegen sind offen zugängliche Blüten besonders hilfreich. Dort erreichen sie Nektar und Pollen leichter als in tiefen, engen Blütenröhren.
Doldenblütler passen deshalb gut in einen schwebfliegenfreundlichen Garten. Dazu gehören beispielsweise blühender Dill und die Wilde Möhre.
Lasst bei euren Küchenkräutern ruhig einzelne Pflanzen blühen. So verbindet ihr die Ernte mit einem zusätzlichen Nahrungsangebot für Insekten.
Achtet außerdem auf unterschiedliche Blütezeiten. Statt einer kurzen Blütenfülle bietet eine abwechslungsreiche Pflanzung über viele Monate hinweg Nahrung.
Blattläuse beobachten und Helfer schonen
Entdeckt ihr einige Blattläuse an einer kräftigen Pflanze, lohnt sich zunächst ein genauer Blick. Vielleicht sind bereits Schwebfliegenlarven oder andere natürliche Gegenspieler unterwegs.
Kontrolliert auch die Blattunterseiten und jungen Triebe. Entfernt unbekannte Larven nicht vorschnell, sondern beobachtet, ob sie an den Blattläusen fressen.
Verzichtet möglichst auf breit wirkende Insektizide. Solche Mittel können neben den unerwünschten Insekten auch ihre natürlichen Gegenspieler treffen.
Ein naturnaher Garten bleibt trotzdem nicht vollständig blattlausfrei. Ziel ist ein vielfältiger Lebensraum, in dem sich auch die Helfer entwickeln können.
🍂 Rückzugsorte im Herbst erhalten
Schwebfliegen haben je nach Art unterschiedliche Strategien für die kalte Jahreszeit. Bei der Hainschwebfliege können erwachsene Tiere in geschützten Verstecken überwintern; ein Teil der Tiere zieht auch nach Süden.
Lasst deshalb unter Sträuchern etwas Laub liegen und bewahrt ungestörte Bereiche im Garten. Solche Strukturen bieten Rückzugsmöglichkeiten und helfen zugleich vielen weiteren Gartentieren.
An milden Wintertagen können überwinternde Hainschwebfliegen bereits wieder aktiv werden. Früh blühende Pflanzen wie Winterlinge, Kornelkirschen und Weiden bieten ihnen dann erste Nahrung.
Kleine Gartenbesucher bewusst fördern
Schwebfliegen brauchen vor allem passende Nahrung und vielfältige Lebensräume. Schon blühende Kräuter, offene Blüten und etwas Zurückhaltung beim Aufräumen können dazu beitragen.
Wenn ihr die erwachsenen Tiere und ihre Larven erkennt, entdeckt ihr im Garten viele spannende Zusammenhänge. Aus dem vermeintlichen Wespenbesuch wird dann ein willkommener Gast zwischen euren Blüten.