Beim Gemüseputzen bleiben Schalen übrig, nach dem Mähen fällt Rasenschnitt an und im Herbst sammeln sich Blätter im Garten. Viele dieser Materialien lassen sich direkt vor Ort sinnvoll verwerten.
Auf einem Kompost werden sie von Pilzen, Bakterien und kleinen Tieren nach und nach zersetzt. Daraus entsteht ein humusreicher Bodenverbesserer, der zugleich Nährstoffe liefert.
Damit das gelingt, braucht es keine komplizierte Technik. Ein geeigneter Platz, abwechslungsreiches Material und etwas Aufmerksamkeit reichen für den Einstieg meist aus. Wichtig ist außerdem, dass ihr den fertigen Kompost später im Garten verwenden könnt.
Den passenden Standort wählen
Ein halbschattiger, etwas windgeschützter Platz ist günstig. Dort trocknet das Material weniger schnell aus als in praller Sonne.
Stellt einen offenen Gartenkomposter direkt auf gewachsenen Boden. So können Bodenlebewesen einwandern und überschüssiges Wasser kann versickern.
Plant ausreichend Arbeitsraum für Schubkarre und Grabegabel ein. Der Platz sollte auch bei feuchtem Wetter gut erreichbar sein und möglichst nicht unmittelbar neben einer Terrasse oder einem Fenster liegen.
Wenn genügend Fläche vorhanden ist, erleichtern zwei Behälter die Arbeit: In einem sammelt ihr frisches Material, während der andere Kompost reift.
🍂 Was darf auf den Kompost?
Gut geeignet sind gesunde Pflanzenreste, Laub, zerkleinerter Gehölzschnitt sowie rohe Obst- und Gemüsereste. Auch Kaffeesatz mit Papierfilter könnt ihr untermischen.
Rasenschnitt gehört nur locker und gut gemischt hinein. Große Mengen bilden schnell eine dichte, feuchte Masse, in die kaum noch Luft gelangt.
Fleisch, Fisch, Milchprodukte, gekochte Speisereste und größere Mengen Fett lasst ihr weg. Ebenso gehören Kunststoff, behandeltes Holz und Asche nicht auf den Gartenkompost.
Bei kranken Pflanzen, samentragenden Wildkräutern und ausbreitungsfähigen Wurzelstücken ist Vorsicht nötig. Ein kleiner Gartenkompost wird nicht zuverlässig heiß genug, um alle Erreger, Samen und Wurzeln unschädlich zu machen. Nutzt dafür den örtlich empfohlenen Entsorgungsweg.
Auf eine lockere Mischung achten
Beginnt mit einer lockeren Lage aus dünnen Zweigen oder anderem grobem Pflanzenmaterial. Darauf kommt eine Mischung unterschiedlicher Garten- und Küchenreste.
Verbindet feuchte, weiche Materialien mit trockenen, strukturreichen Bestandteilen. Rasenschnitt und Gemüsereste passen beispielsweise zu trockenem Laub und zerkleinerten Zweigen.
Dabei geht es nicht um perfekte, streng getrennte Schichten. Entscheidend ist, dass die Materialien gut durchmischt bleiben und genügend Luftzwischenräume entstehen.
Zerkleinert lange Stängel und sperrige Zweige vor dem Einfüllen. Das erleichtert die Verarbeitung und schafft mehr Angriffsfläche für die Zersetzer.
💧 Feuchtigkeit und Geruch kontrollieren
Kompostmaterial sollte feucht, aber nicht nass sein. Als Orientierung dient ein ausgedrückter Schwamm: spürbar feucht, ohne dass Wasser herausläuft.
Ist der Kompost trocken und verändert sich kaum, könnt ihr ihn beim Durchmischen vorsichtig befeuchten. Prüft dabei auch das Innere, denn eine trockene Oberfläche allein sagt wenig aus.
Riecht es faulig und wirkt das Material schmierig, fehlen häufig Luft und Struktur. Lockert es auf und mischt trockene, grobe Bestandteile unter.
Anhaltender Regen kann einen offenen Kompost vernässen. Eine geeignete, luftdurchlässige Abdeckung schützt, ohne den Haufen dicht einzupacken.
Wann ist der Kompost fertig?
Wie schnell die Rotte verläuft, hängt von Material, Feuchtigkeit, Temperatur und Pflege ab. Reifekompost entsteht häufig nach etwa neun bis zwölf Monaten, manchmal dauert es länger.
Er ist dunkel, krümelig und riecht angenehm erdig. Die meisten ursprünglichen Bestandteile sind dann kaum noch zu erkennen.
Grobe Holzstücke könnt ihr aussieben und wieder in den nächsten Ansatz geben. Frisches Material sammelt ihr möglichst getrennt vom bereits reifenden Kompost.
🌱 Fertigen Kompost bedarfsgerecht verwenden
Reifer Kompost eignet sich als Bodenverbesserer und liefert Pflanzennährstoffe. Verteilt ihn deshalb passend zum Bedarf eurer Kulturen, statt jedes Beet pauschal großzügig damit zu versorgen.
Für Aussaaten und empfindliche Jungpflanzen ist purer Gartenkompost normalerweise keine geeignete Anzuchterde. Verwendet dafür ein passendes, nährstoffarmes Substrat.
Mit der Zeit lernt ihr, welche Mischung bei euch gut funktioniert. So werden aus Gartenresten wertvolle Bestandteile für die nächste Gartensaison.