Bei Bohnenkraut verrät der Name schon eine seiner bekanntesten Aufgaben: Es begleitet grüne Bohnen in der Küche. Doch auch zu Linsen, Kartoffeln und herzhaften Gemüsegerichten passt sein würziges, leicht pfeffriges Aroma.
Im Garten bleibt das Kraut eher unauffällig. Schmale Blätter, verzweigte Triebe und kleine helle Blüten machen es zu einem ruhigen Nachbarn zwischen anderen Küchenkräutern. Für einen Platz im Beet oder einen Topf auf dem Balkon lohnt es sich trotzdem.
Vor dem Pflanzen solltet ihr allerdings entscheiden, welche Variante ihr möchtet. Unter demselben Namen werden sowohl einjährige Pflanzen als auch mehrjährige kleine Halbsträucher angeboten. Davon hängt ab, ob ihr im nächsten Frühjahr neu aussät oder eure Pflanze weiterpflegt.
🌿 Sommer- oder Winterbohnenkraut?
Die beiden wichtigsten Arten unterscheiden sich in Lebensdauer und Geschmack:
- Sommerbohnenkraut (Satureja hortensis) ist einjährig. Es wird im Frühjahr ausgesät, wächst weich und verzweigt und schmeckt meist etwas milder.
- Winter- oder Bergbohnenkraut (Satureja montana) ist mehrjährig und verholzt an der Basis. Sein Geschmack ist meist kräftiger und pfeffriger.
Sommerbohnenkraut passt gut in die jährliche Planung des Gemüsebeets. Bergbohnenkraut eignet sich für einen dauerhaften Platz im sonnigen Kräuterbeet.
Beide tragen kleine Lippenblüten, die von Insekten besucht werden. Lasst deshalb ruhig einige Triebe blühen, statt alles für die Küche zu schneiden.
Sonne und durchlässige Erde
Ein warmer, sonniger Standort ist für Bohnenkraut günstig. Die Erde sollte locker sein und überschüssiges Wasser gut abziehen lassen.
Besonders Bergbohnenkraut kommt mit eher mageren, auch steinigen Böden und sommerlicher Trockenheit zurecht. Dauerhafte Nässe ist dagegen ungünstig.
Frisch gepflanzte Exemplare brauchen bei Trockenheit zusätzliche Wassergaben. Eingewachsene Pflanzen im Beet sind genügsamer.
Im Topf müsst ihr häufiger kontrollieren, ob die Erde trocken wird. Verwendet ein Gefäß mit Abzugslöchern und lasst kein Wasser im Untersetzer stehen.
🌱 Sommerbohnenkraut selbst aussäen
Für Sommerbohnenkraut könnt ihr im Frühjahr eine Vorkultur beginnen oder ab Ende April bis Mai direkt ins vorbereitete Beet säen. Richtet euch nach Witterung und Saatgutpackung.
Bereitet ein feinkrümeliges, unkrautfreies Saatbett vor. Die kleinen Samen werden als Lichtkeimer nur angedrückt und nicht dick mit Erde bedeckt.
Haltet die Oberfläche bis zur Keimung gleichmäßig leicht feucht. Ein feiner Gießstrahl verhindert, dass die Samen weggespült werden.
Stehen die Jungpflanzen zu dicht, dünnt ihr sie vorsichtig aus. Rund 20 bis 25 cm Abstand geben ihnen Raum, sich zu verzweigen.
Für mehrjähriges Bergbohnenkraut ist der Kauf einer Jungpflanze eine unkomplizierte Alternative.
✂️ Ernten und einen Vorrat trocknen
Schneidet zunächst nur kleine Mengen, bis die Pflanzen kräftig genug sind. Für die Küche verwendet ihr junge Blätter und belaubte Triebspitzen.
Sommerbohnenkraut schmeckt vor der Blüte besonders fein. Ihr könnt aber auch später noch ernten.
Zum Trocknen breitet ihr gesunde Zweige locker auf einem geeigneten Netz aus. Alternativ bindet ihr kleine Bündel und hängt sie an einen trockenen, luftigen und dunklen Platz.
Streift die Blätter erst von den vollständig getrockneten Zweigen und bewahrt sie luftdicht und lichtgeschützt auf.
Was passiert im Winter?
Sommerbohnenkraut stirbt im Herbst ab. Das gehört zu seinem natürlichen Lebenszyklus; im nächsten Frühjahr wird neu ausgesät.
Bergbohnenkraut kann draußen überwintern. Achtet besonders auf durchlässige Erde und schützt Topfpflanzen vor anhaltender Vernässung.
Ein leichter Rückschnitt im Frühjahr hält den kleinen Strauch kompakter. Vermeidet einen radikalen Schnitt ins alte, unbelaubte Holz.
Würzig dosieren und ausprobieren
Bohnenkraut passt zu Bohnen und Linsen ebenso wie zu Suppen, Eintöpfen und Kartoffelgerichten. Gebt zunächst wenig dazu und schmeckt nach.
Ganze Zweige könnt ihr mitgaren und vor dem Servieren entfernen. Fein abgestreifte Blätter lassen sich direkt unter das Gericht mischen.
So wird aus dem klassischen Bohnenbegleiter ein vielseitiges Küchenkraut – frisch vom Beet oder als selbst getrockneter Vorrat für die kalte Jahreszeit.