Ein Gurkensalat mit frischem Dill gehört für viele zum Sommer einfach dazu. Doch das fein gefiederte Kraut kann viel mehr: Es passt zu Kartoffeln, Eiern, Fischgerichten und würzigen Dips.
Im Garten wirkt Dill dabei erstaunlich leicht. Seine zarten Blätter lockern das Kräuterbeet auf, später schweben gelbe Blütendolden über den grünen Stängeln. Dafür lohnt es sich, ein paar Pflanzen auch einmal über die reine Blatternte hinaus stehen zu lassen.
Wer regelmäßig frische Dillspitzen schneiden möchte, braucht allerdings etwas Nachschub. Die einzelne Pflanze liefert nicht unbegrenzt neue Blätter. Mit mehreren kleinen Aussaaten könnt ihr die Ernte besser verteilen und habt länger etwas für die Küche zur Hand.
🌱 Am besten direkt aussäen
Dill (Anethum graveolens) ist ein einjähriges Kraut. Er wächst aus Samen, bildet Blüten und Samenstände und beendet anschließend seinen Lebenszyklus.
Weil er empfindlich auf Störungen seiner Wurzeln reagieren kann, ist die Direktsaat besonders praktisch. Sät ihn gleich dort aus, wo er später wachsen soll.
Beginnt im Frühjahr, wenn sich der Boden erwärmt hat; in kühlen Gegenden wartet ihr besser bis Mai. Weitere kleine Aussaaten sind bis in den Sommer möglich. Beachtet die Angaben zur gewählten Sorte.
Bedeckt die Samen ungefähr 1 cm mit Erde und haltet die Saat gleichmäßig feucht. Sät dünn und lasst den Pflanzen später ausreichend Platz. Für größere Exemplare sind etwa 20 cm Abstand eine brauchbare Orientierung.
Standort und Pflege
Ein sonniger, geschützter Platz mit lockerem, durchlässigem Boden passt gut. Auch lichter Halbschatten ist möglich.
Die Erde sollte Feuchtigkeit halten, ohne nass zu bleiben. Gießt bei Trockenheit gründlich: Hitze und Wassermangel können eine vorzeitige Blütenbildung fördern und die Blatternte verkürzen.
Entfernt Unkraut besonders während der Jugendphase. Die feinen Sämlinge gehen zwischen kräftigen Nachbarn sonst leicht unter.
Wechselt die Anbaustelle regelmäßig. Als Doldenblütler sollte Dill nicht ständig auf derselben Fläche oder unmittelbar nach verwandten Kulturen wie Möhren stehen.
🪴 Dill im Topf
Für den Balkon eignen sich kompaktere Sorten. Wichtig ist trotzdem ein ausreichend tiefes Gefäß, denn Dill bildet eine lange Pfahlwurzel.
Ein Topf mit etwa 30 cm Tiefe und Breite bietet einen guten Ausgangspunkt. Abzugslöcher verhindern, dass überschüssiges Wasser stehen bleibt.
Sät direkt hinein und kontrolliert die Feuchtigkeit regelmäßig. Kleine Gefäße trocknen bei warmem Wetter deutlich schneller aus als Gartenboden.
✂️ Blätter, Blüten und Samen ernten
Schneidet von jungen Pflanzen zunächst nur wenige Blätter und lasst genügend Grün zum Weiterwachsen stehen.
Für den frischen Küchenbedarf erntet ihr portionsweise. Einige Pflanzen dürfen weiterwachsen: Ihre gelben Dolden bieten Insekten Nahrung und lassen sich ebenfalls zum Würzen verwenden.
Reife Samen erkennt ihr an ihrer braunen Farbe. Schneidet die Samenstände vorsichtig ab und lasst sie in einer Papiertüte nachtrocknen, die herausfallende Samen auffängt. Lagert sie erst vollständig getrocknet in einem geschlossenen Gefäß.
Frisch verwenden oder einen Vorrat anlegen
Frischer Dill welkt schnell. Erntet ihn deshalb möglichst kurz vor der Zubereitung.
Die feinen Blätter passen zu Gurken, Kartoffeln, Salaten und Kräuterquark. Blütendolden und Samen werden gerne zum Aromatisieren eingelegter Gurken verwendet.
Überschüssige Dillspitzen könnt ihr portionsweise einfrieren. So bleibt auch nach der Gartensaison ein kleiner Vorrat für die Küche – und im nächsten Frühjahr beginnt mit einer neuen Aussaat die nächste Dillrunde.