In der Nacht hatte es endlich geregnet. Richtig satt, mit dicken Tropfen aufs Pilzhausdach und einem Gluckern zwischen den Beeten. Mini-Wurz hatte selig geschnarcht – endlich Schluss mit der Trockenzeit!
Am nächsten Morgen stiefelte er voller Erwartung mit seiner Gießkanne hinaus zur Regentonne. Doch statt eines freudigen Plätscherns erwartete ihn gähnende Leere. Leer. Tropfenleer. Staubtrocken.
„Was bei allen Semperviven …?“, murmelte er und hob ungläubig den Deckel. „Ein Wasserdieb? Die Tonne undicht? Oder läuft hier was völlig verkehrt?“
Mausi streckte den Kopf aus dem Küchenfenster. „Vielleicht kommt einfach nichts unten an?“
Rosie kreiste schon in der Luft. „Ich seh nach!“ – und landete kurz darauf mit hochgezogenen Brauen: „Dachrinne total verstopft! Moos, Laub, ein altes Kuchenpapier – das Wasser ist einfach drübergelaufen. Alles versickert.“
Mini-Wurz starrte auf die trockene Tonne. „Und wenn’s jetzt wieder tagelang nicht regnet…?“
„Dann rufen wir die Feuerwehr!“, rief Mausi.
Tatütata! Ein kleines rotes Einsatzfahrzeug bog um die Ecke, Glocke auf dem Dach, Schläuche an der Seite.
Am Steuer: Muffel, der grummelige Chef mit wetterfestem Blick. Daneben: Mick, technikbegeistert und stets mit Überblick. Und aus dem Seitenfach kullerte Malo – mit einem Schokoladenriegel im Mund und bröseligem Lächeln.
„Wasser-Problem? Nicht mit uns!“, rief Muffel – und schon ging’s unter die Erde. Die drei schaufelten sich zur nächstgelegenen Quelle durch und verlegten einen Feuerwehrschlauch. Kurz darauf blubberte es – und die Tonne füllte sich mit glasklarem Quellwasser.
Rosie tanzte im feinen Sprühnebel, Mausi brachte Tee und Gebäck, und Mini-Wurz nickte anerkennend. „Das war knapp“, murmelte er. „Beim nächsten Regen schau ich vorher lieber selbst aufs Dach.“