Geschichte 64 – Die Kartoffeln müssen raus

Geschichte 64 – Die Kartoffeln müssen raus

Mini-Wurz schob das welke Kartoffelkraut zur Seite und stach mit der Grabegabel in die Erde. Als er die erste Kartoffelpflanze anhob, kullerten mehrere Kartoffeln ins Beet.
„Jetzt sind sie so weit.“
Mausi kam mit zwei Körben aus dem Pilzhaus. Ambrosius folgte ihr mit drei weiteren, und Rosie flatterte hinter ihm her. Auch sie trug einen Korb.
Mini-Wurz betrachtete die Reihe, die neben dem Beet entstand.
„So viele brauchen wir nicht.“

„Wir könnten doch gleich sortieren“, sagte Mausi. „Dann haben wir später weniger Arbeit.“
Sie deutete auf die Körbe.
„Kleine zum Braten, größere für die Suppe und die schönen länglichen für den Ofen.“
„Und Kartoffelbrei?“, fragte Rosie.
Mausi rückte einen weiteren Korb zurecht.
„Stimmt. Den essen wir auch gern.“

Mini-Wurz wandte sich wieder dem Beet zu.
„Dann kann ich ja weitergraben.“
Ambrosius sammelte die Kartoffeln auf und brachte sie zu den Körben. Mausi und Rosie verteilten sie sorgfältig.
„Die hier wäre schön für den Ofen“, sagte Rosie.

Mausi nahm sie noch einmal heraus.
„Vielleicht lieber für Kartoffelbrei. Sie ist ziemlich groß.“
„Dann diese für den Ofen?“
„Ja. Oder für die Suppe.“

Als Ambrosius mit der nächsten Ladung kam, hielt er eine kleine Kartoffel hoch.
„Zum Braten?“
„Genau“, sagte Mausi.
Rosie betrachtete sie.
„Die könnten wir aber auch ganz in die Suppe geben.“

Ambrosius ließ die Hand sinken.
„Sagt mir Bescheid, wenn ihr euch entschieden habt.“
Inzwischen lagen in jedem Korb ein paar Kartoffeln. Mausi nahm welche heraus, Rosie legte andere hinein, und Mini-Wurz grub die nächste Pflanze aus.
Da kam Herr Stachl den Weg entlang.
„Ah. Die Kartoffelernte.“

Mini-Wurz richtete sich auf.
„Dich habe ich nicht vergessen. Hast du einen Korb dabei?“
„Natürlich.“
Der Igel stellte seinen Korb an den Beetrand. Ambrosius füllte ihn, und Herr Stachl bedankte sich, bevor er weiterzog.

Wenig später erschien Muffel, um ebenfalls Kartoffeln abzuholen. Während Ambrosius seinen Korb füllte, wandte er sich an Mini-Wurz.
„Wem hast du denn noch alles einen Teil der Kartoffelernte versprochen?“
Mini-Wurz kratzte sich an der Stirn. Ein wenig Erde blieb daran haften.
„Ähm … einigen …“

Und tatsächlich: Kaum war Muffel mit seinem Korb um die Ecke verschwunden, kam schon der nächste Gartenbewohner mit einem Körbchen vorbei.
Es wurde gegrüßt, erzählt und geholfen. Manche sammelten selbst ein paar Kartoffeln aus der lockeren Erde, andere warteten bei Mausi und Rosie. Nach und nach verließen die gefüllten Körbe den Garten.
Schließlich grub Mini-Wurz die letzte Pflanze im ersten Beet aus. Ambrosius brachte die Kartoffeln hinüber und blieb vor der Korbreihe stehen.
„Wohin mit denen?“

Mausi schaute in die Körbe. Rosie ebenfalls.
In jedem lag nur noch eine kleine Handvoll. Alle anderen Kartoffeln hatten sie verschenkt.
„Ich glaube, wir können sie auch zusammenkippen“, sagte Mausi.
Mini-Wurz stellte die Grabegabel ab und betrachtete das Ergebnis. Ein Korb. Und der war nicht einmal halb voll.

„Du hattest recht, mein Junge. So viele haben wir tatsächlich nicht gebraucht“, stellte Ambrosius fest.
Mini-Wurz ließ seinen Blick über die übrigen Kartoffelbeete wandern.
„Wir haben ja noch vier andere Beete.“
Rosie griff nach einem leeren Korb.
„Dann sortieren wir diesmal erst hinterher.“

Mausi nickte.
„Aber die kleinen könnten wir eigentlich gleich …“
Drei Augenpaare richteten sich auf sie.
„Na gut. Wir sortieren später.“

Geschichte 64 – Die Kartoffeln müssen raus – zweite Szene
✨Tipp aus dem Zaubergarten
Überleg vor dem Sortieren, welche Unterscheidungen du später wirklich brauchst. Wenn dieselbe Kartoffel für Suppe, Ofen und Kartoffelbrei infrage kommt, darf sie vorerst einfach eine Kartoffel bleiben.