Die Teelaube war mit bunten Bändern geschmückt. Auf dem Tisch standen Tassen, Teller und ein großer Geburtstagskuchen. Nur das Geburtstagskind fehlte.
Mini-Wurz rückte einen Stuhl zurecht, als Mausi vom Baumhaus zurückkam.
„Wie geht es ihr?“
Mausi schüttelte den Kopf.
„Nicht gut. Dr. Celestine ist gerade bei ihr.“
Ambrosius kam mit einem Päckchen unter dem Arm durch den Garten.
„Bin ich der Erste?“
„Die Feier fällt aus“, sagte Mausi. „Rosie ist krank.“
Ambrosius verzog den Mund.
„Die Arme!“
Da schwebte Dr. Celestine heran. Die kleinen Lederköfferchen an ihren Flügeln schaukelten leicht, als sie neben der Teelaube landete.
„Mindestens eine Woche Bettruhe“, erklärte sie. „Viel trinken und vorerst absolutes Flugverbot. Ich habe ihr ein Mittel gegeben, mit dem sie bis heute Abend schlafen sollte.“
Ihr Blick fiel auf den Kuchen.
„Schade um die Feier. Aber die lässt sich nachholen.“
Mausi packte ihr ein Stück ein. Die Elster betrachtete das Besteck neben den Tellern.
„Dürfte ich eine dieser schönen silbernen Kuchengabeln mitnehmen?“
Mini-Wurz hob den Kopf.
„Leihweise.“
„Selbstverständlich.“ Dr. Celestine nahm eine Gabel entgegen. „Ich komme am Abend wieder.“
Dann flog sie zu ihrem Baum zurück.
Mini-Wurz wollte gerade die ersten Teller wegräumen, als es am Gartentor trötete.
Er fuhr herum. Emma hob ihre Tröte bereits zum zweiten Geburtstagsgruß. Er flitzte zu ihr und nahm sie ihr aus der Hand.
„Nicht! Rosie schläft.“
Emma schaute erst ihn an, dann ihre leere Hand.
„Warum?“
„Sie ist krank und braucht Ruhe.“
„Ach, die Arme. Das wusste ich nicht.“
Mini-Wurz gab ihr die Tröte zurück. Emma brachte ihr Geschenk in die Teelaube, nahm von Mausi ein Stück Kuchen entgegen und zog leise weiter.
Kaum hatte Mini-Wurz aufgeatmet, erklang vom Weg ein fröhliches „Tatü, tataa!“.
Die Maulwurffeuerwehr kam zur Gratulation.
Mini-Wurz eilte ihr entgegen und hob beide Arme.
Muffel blieb erschrocken stehen.
„Was ist passiert?“
„Rosie ist krank. Sie braucht Ruhe.“
„Die Arme …“, flüsterte Muffel so kräftig, dass Mini-Wurz zusammenzuckte. „Dann sagen wir nur ganz leise alles Gute.“
„Sie schläft. Aber geht doch zu Mausi in die Teelaube und lasst euch ein Stück Kuchen einpacken.“
„Gibt es auch Schokoladenkuchen?“, fragte Malo.
„Aber sicher doch.“
In diesem Moment setzte auf der anderen Seite des Gartens Gesang ein.
Quoril und die Flüsterlinge kamen mit ihrem Geburtstagsständchen den Weg entlang.
Mini-Wurz schloss kurz die Augen.
„Nicht auch noch.“
Dann lief er los.
„Seit wann singt ihr so laut? Ihr seid doch Flüsterlinge!“
Quoril grinste.
„Das ist sicher mein schlechter Einfluss.“
Dann sah er sich um.
„Wo sind die ganzen Gäste?“
„Die Feier wurde abgesagt. Rosie ist krank und braucht viel Ruhe. Aber geht bitte zur Teelaube und lasst euch ein Stück Kuchen mitgeben.“
Die vier nickten und gingen leise weiter.
Während Mini-Wurz weitere Gäste abfing, nahm Mausi Geschenke und Genesungswünsche entgegen. Ambrosius verteilte Kuchen.
Nach jedem Stück betrachtete er den Rest. Die ersten Portionen waren noch großzügig ausgefallen, doch nun wurden sie immer kleiner. Auf Herrn Stachls Teller landete nur noch ein schmaler Streifen, der kaum an ein Kuchenstück erinnerte.
„Ambrosius?“
„Ja?“
Sein Blick blieb am Kuchen hängen.
Mausi lächelte.
„Ich habe noch Kuchen für uns in der Küche.“
„Oh. Das war sehr vorausschauend von dir.“
Er schnitt Herrn Stachl gleich noch ein zweites Stück ab.
Nach und nach wurde es still im Garten. In der Teelaube stapelten sich Päckchen, Körbchen und Blumen. Alle Gäste waren wieder gegangen.
Als Dr. Celestine am Abend zurückkam, fand sie die drei zwischen leeren Tellern und Kuchenkrümeln. Ambrosius genoss zufrieden ein großes Stück Schokoladenkuchen.
„Und?“, fragte die Elster. „Hat Rosie geschlafen?“
Mausi nickte.
„Ja. Sie hatte den ganzen Nachmittag ihre Ruhe.“
Mini-Wurz ließ sich auf einen Stuhl fallen und legte die Füße hoch.
„Im Gegensatz zu uns.“