Mini-Wurz stellte eine Gießkanne neben den Weg und richtete sich auf. Überall auf der Wiese wurde noch gearbeitet. Mausi und Muffel trugen einen Tisch herbei, Sir Hupert richtete seine Streckenmarkierungen aus, und Ambrosius hielt ein Brett fest, das Herr Stachl gerade prüfte.
Bis zum Sportfest blieb noch eine Woche.
„Da kommen sie“, sagte Rosie.
Rosa Rumpelblatt landete am Wiesenrand und strich ihren Hut zurecht. Ein Rosenkäfer mit Schreibbrett folgte ihr und zupfte sich hastig einen Grashalm vom Bein.
„Guten Nachmittag. Dann beginnen wir mit der Abnahme am Drei-Gärten-Eck.“
Mini-Wurz schaute auf.
„Wo?“
„Genau hier. Zwischen Rosengarten, Blütenhain und Zaubergarten.“
„Seit wann heißt das so?“
„Seit unserer letzten Sitzung“, erklärte die Präsidentin, als wäre damit alles gesagt.
Mini-Wurz sah zu Ambrosius.
„Dann haben wir die ganze Zeit am Drei-Gärten-Eck gearbeitet, ohne es zu wissen.“
Ambrosius grinste.
Rumpelblatt ließ ihren Blick über die vorbereiteten Stationen wandern.
„Heute stellen wir fest, welche Arbeiten noch erforderlich sind, damit das Sportfest nächste Woche ordnungsgemäß stattfinden kann.“
Der Schreiber rückte sein Brett zurecht.
An der Gießkannenstaffel erklärte Mini-Wurz den Ablauf. Ambrosius nahm eine volle Kanne und ging zur ersten Übergabestelle.
„Hier umgießen, mit der nächsten weiterlaufen“, sagte er. „Und das noch zweimal.“
Ein dünner Wasserstrahl lief ihm über den Schuh.
Die Präsidentin hielt inne.
„Eine undichte Kanne? Bei einem Wettbewerb, in dem die Wassermenge gewertet wird?“
Ambrosius stellte die Kanne ab.
„Bis nächste Woche prüfen wir alle noch einmal sorgfältig.“
Rumpelblatt nickte ihrem Schreiber zu.
„Kannen prüfen. Und deutlich sichtbare Markierungen an den Übergabestellen.“
„Bekommen wir hin“, sagte Ambrosius und stellte seinen nassen Fuß in die Sonne.
Ein Stück weiter rollten Emma und Rosie eine lange Matte aus. Die Elfe war wieder gesund, gönnte ihren Flügeln aber noch Pausen.
„Anlauf nehmen und rutschen“, erklärte sie.
Die Präsidentin berührte die Matte vorsichtig mit einer Fußspitze.
„Wo ist der Schleim?“
„Der wird nächste Woche pünktlich zum Sportfest geliefert und auf die Matte gestrichen“, antwortete Emma.
Rumpelblatt nickte.
„Am Ende brauchen wir noch etwas Weiches zum Abbremsen“, fuhr die Postschnecke fort. „Nicht, dass jemand bis in den Rosengarten rutscht.“
Die Präsidentin schaute die lange Bahn entlang.
„Ein hoch aufgeschichteter Grashaufen sollte genügen.“
Sie gab dem Schreiber einen Wink. Er notierte es sofort.
Bei Sir Hupert und Herrn Stachl führte eine Strecke mit zehn Markierungen über die Wiese. Der Grashüpfer legte sich ein großes Blatt auf den Kopf.
„Aufrecht gehen, ohne das Blatt festzuhalten“, erklärte er. „Je weiter man kommt, bevor es herunterfällt, desto mehr Punkte erhält man.“
Er setzte sich mit bedachten Schritten in Bewegung.
„Entscheidend sind eine ruhige Haltung und eine wohlüberlegte Geschwindigkeit.“
Rumpelblatt betrachtete das Blatt auf seinem Kopf.
„Und bei Wind?“
Sir Hupert hielt inne. Eine leichte Brise hob den Blattrand an. Er neigte rasch den Kopf, doch das Blatt glitt ihm über die Schulter ins Gras.
Die Präsidentin wandte sich an ihren Schreiber.
„Windschutz aufstellen.“
Herr Stachl und Ambrosius führten die Gesellschaft weiter durch den Hindernisparcours. Zwischen Töpfen ging es zum Tunnel, dann über ein flaches Wackelbrett.
Rumpelblatt blieb vor dem Tunnel stehen.
„Für meinen Hut ist das etwas eng.“
Ambrosius streckte die Hand aus.
„Ich halte ihn.“
Die Präsidentin zögerte kurz. Dann überreichte sie ihm den Hut und schlüpfte hindurch. Auf der anderen Seite betrachtete sie die Befestigung.
„Die Kanten noch mit Moos polstern. Im Übrigen kann die Anlage so bleiben.“
Herr Stachl nickte und machte sich eine Notiz. Der Schreiber warf ihm einen argwöhnischen Blick zu.
An Mausis Tisch lagen kleine, krümelige Teigportionen bereit. Daraus sollten möglichst lange Rollen geformt werden, ohne dass sie zerbrachen.
Rumpelblatt beäugte den langen Tisch.
„Wer misst?“
Mini-Wurz zog sein Maßband hervor.
„Ich!“
Die Präsidentin hielt inne.
„Ist das noch das vom vergangenen Jahr?“
„Nein. Es ist ganz neu.“
Herr Stachl räusperte sich.
„Ich werde natürlich ebenfalls nachmessen. Es gilt das Zwei-Maßband-Prinzip.“
Rumpelblatt legte ihm eine Hand auf die Schulter.
„Ich bin froh, dass das Messen in verlässlichen Händen ist.“
Mini-Wurz brummelte:
„Und ich erst.“
Die Präsidentin wandte sich wieder an Mausi.
„Für den Festtag brauchen wir noch eine Abdeckung, damit der Teig nicht austrocknet.“
„Die bringe ich mit“, versprach Mausi.
Zuletzt kamen sie zum Ringewerfen. Rosie hatte fünf kurze Holzpflöcke aufgestellt. Daneben lagen Ringe aus biegsamen Weidenzweigen.
„Zwei Ringe pro Versuch“, erklärte sie. „Die Pflöcke zählen unterschiedlich viele Punkte.“
Rumpelblatt nahm einen Ring und drehte ihn prüfend in den Händen.
„Dieser ist nicht ganz rund.“
„Die anderen auch nicht“, bemerkte Mini-Wurz.
„Dann sollten die anderen ebenfalls nachgebessert werden.“
Sie reichte den Ring ihrem Schreiber und betrachtete die Pflöcke.
„Und die Punktzahlen müssen größer werden, damit wir sie von der Wurflinie aus erkennen.“
„Also, ich erkenne sie sehr gut“, platzte Rosie heraus.
Die Präsidentin sah sie streng an.
Der Schreiber beeilte sich, beides zu notieren.
Rumpelblatt hob den Kopf.
„Ich werde euch Kopien der noch zu erledigenden Aufgaben zukommen lassen.“
Ambrosius sah zu Mini-Wurz.
„Das klingt nach einer beschäftigten Woche.“
Die Präsidentin nahm ihren Hut entgegen und setzte ihn sorgfältig auf.
„Wir treffen uns am Morgen des Sportfestes wieder hier.“
Dann erhob sie sich ohne ein weiteres Wort in die Lüfte und flog davon.
Der Schreiber klemmte sein Brett unter den Arm und flatterte hastig hinterher.