Geschichte 7 – Keine Abkühlung in Sicht!

Geschichte 7 – Keine Abkühlung in Sicht!

Mini-Wurz saß im Schatten und wedelte sich mit einem Funkienblatt Luft zu. „Ich schmelze!“, stöhnte er.
„Dann sei froh, dass du keine Pelzohren hast“, murmelte Mausi. Sie schlürfte Zitronenmelisse-Limonade und hatte ein feuchtes Tuch um den Kopf gebunden.

Rosie hing schlaff im Flieder. „Meine Flügel kleben zusammen. Ich hab Glitzer in der Kniekehle. Das ist unzumutbar!“
„Wir brauchen Wasser!“, rief Mausi plötzlich. „Lasst uns an den Badeteich gehen!“

Mini-Wurz sprang sofort auf. „Ich hol meine Badehose!“ Rosie verzog das Gesicht. „In diesem wimmelnden Matsch?“ „Ich hab Holunderblüten-Limo mit doppelter Minze“, lockte Mausi. „Na gut“, seufzte Rosie. „Aber ich bade nur bis zum Knöchel.“

Als sie am Teich ankamen, blieb Mini-Wurz abrupt stehen. „Äh… ist das normal?“ Die Wasseroberfläche war grünlich, schleimig – und voller Blasen. Ein paar Fische schnappten nach Luft. „Blaualgen!“, kreischte Rosie. „Ich hab’s gewusst!“ „Der See ist gekippt“, brummte Mini-Wurz. „Wie Tante Brunnis Gurkentopf.“

Da raschelte es im Gebüsch. Siggi der Salamander kroch hervor. „Oje, das sieht nicht gesund aus! Aber ich kenn ’ne Quelle – ganz in der Nähe! Wenn frisches Wasser hier reinfließt, erholt sich der Teich bestimmt schnell.“ Mini-Wurz beugte sich über das trübe Wasser. „Also brauchen wir einen Zufluss… aber der Boden ist hart wie Stein.“
Er sah an sich herunter: nur Badehose, keine Taschen, kein Werkzeug. „Ich hab nicht mal meine Schaufel dabei!“

Mausi schnippte mit den Fingern. „Die Maulwurf-Feuerwehr! Wenn jemand graben kann, dann die.“ Wenig später ertönte eine Trillerpfeife. Die Maulwurf-Feuerwehr rückte an: Muffel, Mick und Malo – mit Helm, Schaufel, Schubkarre und einem kleinen bisschen Schokolade.
„Wir brauchen einen Wasserlauf!“, rief Mini-Wurz.
„Hier? Jetzt? Ohne Plan und Sicherheitsprüfung?“, murrte Muffel.
„Dafür gibt’s danach Erdbeerbrötchen!“, versprach Mausi.
„Na dann los!“, rief Muffel.

Während Mini-Wurz und die Maulwürfe gruben, fächelte Rosie den schnappenden Fischen Luft zu – mit einem riesigen Sonnenhutblatt.
„Fein atmen…“, murmelte sie und streute vorsichtig etwas Feenstaub ins Wasser. Ein kleiner Fisch blubberte dankbar.

Plötzlich gluckerte es. Ein frischer Schwall Quellwasser sprudelte in den Teich. Erst sachte, dann immer kräftiger.
Der grüne Film riss auf, kleine Wirbel entstanden, und die Fische drehten sich vergnügt im Kreis. Einer blubberte Rosie dankbar an. Rosie schwebte ein Stück über dem klarer werdenden Wasser. „Es funktioniert! Siehst du das, Mini-Wurz?“

Mini-Wurz strahlte: „Jetzt oder nie!“ rief er, sprang mit einem lauten „Juhuu!“ ins Wasser – und spritzte Rosie nass.
„He!“, rief sie empört. Dann lachte sie.

Geschichte 7 – Keine Abkühlung in Sicht! – zweite Szene
Tipp aus dem Zaubergarten
Sommerhitze ist heimtückisch! Auch wenn dein Zaubergarten keinen Badeteich hat – Wasser in Regentonnen, Vogeltränken oder Eimern kann bei Hitze genauso kippen wie Mini-Wurz nach fünf Minuten Sonne. Also: Deckel drauf, regelmäßig frisches Wasser rein und den Gartenteich gut im Auge behalten. Sonst brauchst du am Ende auch drei grabende Maulwürfe und eine fächelnde Elfe!