Südlich des Zaubergartens liegt der Moos-See – ein runder, samtgrüner Fleck, der aussieht wie eine Wiese, sich aber anfühlt wie ein warmes Bad.
Er besteht nicht aus Wasser, sondern aus dichtem, federndem Moos, das bei jedem Schritt sanft nachgibt und wohlig wärmt.
Wer hineingeht, sinkt tief ein, fast bis zur Brust, doch der See ist so flach, dass selbst Mini-Wurz in der Mitte noch stehen kann.
Das Moos umschließt einen wie eine Decke aus Lebendigem – weich, duftend, still.
Manch einer behauptet, man könne spüren, wie das Moos die Müdigkeit aus den Knochen zieht und Gedanken langsamer macht.
Von außen wirkt der See friedlich, doch immer wieder wird erzählt, unter dem Moos könnten sich Hohlräume oder alte Wurzeltunnel verbergen.
Mini-Wurz hat das mehrfach überprüft – barfuß natürlich – und alles sorgfältig mit den Zehen abgetastet.
Er fand keine Gänge, keine Steine, kein Geheimnis.
Nur wohltuende Wärme. Und das reicht ihm völlig.
🍃 Herr Moosbart
Am Rand des Sees lebt Herr Moosbart, ein älterer Gnom mit einem Bart, in dem schon halbe Moosgärten wachsen.
Seine kleine Höhle aus bemoosten Steinen liegt zwischen Farn und Pilzen, kaum größer als eine Regentonne, aber erstaunlich gemütlich.
Innen riecht es nach Kräutertee, Erde und frischem Grün.
Herr Moosbart ist ein alter Freund von Mini-Wurz.
Die beiden trinken gern gemeinsam Tee (manchmal mit Moosgeschmack) und reden über langsame Dinge – wie Bartwuchs, Geduld oder den Lauf der Jahreszeiten.
🌱 Ein Bad im Grün
Der Moos-See gilt als Ort der Entspannung.
Das Moos gibt eine angenehme Wärme ab, die Muskeln lockert und selbst zähe Rückenschmerzen mildert.
Mini-Wurz schwört darauf, dass ein Moosbad besser wirkt als jedes Kräuterpflaster.
Mausi holt sich hier regelmäßig frisches Moos für lindernde Umschläge.
Einmal hat sie versucht, das Moos zu trocknen und Tee daraus zu kochen – das Ergebnis war leider ungenießbar.
„Ein Fußbad im Moos heilt fast alles – außer schlechte Laune vor dem Frühstück.“
Rosie geht selbst nie in den See – sie mag es nicht, wenn das Moos an ihren Flügeln klebt.
Aber sie begleitet Mini-Wurz und Mausi oft und lässt sich dann Moosauflagen auf die Schultern legen, wenn das viele Fliegen ihr dort Verspannungen beschert hat.
😂 Eine rutschige Angelegenheit
So wohltuend der Moos-See auch ist – herauszukommen ist die wahre Herausforderung.
Das Moos hält einen sanft fest, als wolle es sagen: „Bleib doch noch ein bisschen.“
Mini-Wurz hat schon mehrfach unfreiwillig länger gebadet, weil er sich nur zentimeterweise wieder freistrampeln konnte.
Rosie lacht jedes Mal, wenn er schließlich auftaucht – zerzaust, aber sichtlich entspannt.
„Ich geh hier rein wie ein alter Eimer und komm raus wie neu gestrichen.“
☁️ Ort der Ruhe
Am Moos-See ist die Welt ein bisschen leiser.
Selbst der Wind weht hier nur in Zeitlupe, und jedes Geräusch klingt, als würde es in weiches Tuch gepackt.
Man kann lachen, dösen oder einfach gar nichts tun – das Moos trägt alles gleichermaßen gelassen.
Wer hier eine Weile bleibt, fühlt sich wie neu bepflanzt – erholt, geerdet und ein klein wenig grüner als vorher.
„Wenn ich Moos auf den Schultern hab, fühlt sich das an, als würden mich kleine Wolken massieren.“