Sanft leuchtender Regenbogen-Bach, der sich durch grünes Land schlängelt

Der Regenbogen-Bach – Farben mit Nebenwirkung

Südlich des Zaubergartens, zwischen der Treppe ins Nichts und der vergessenen Veranda, entspringt ein Bach, der keiner Logik folgt.
Er fließt bergauf, glitzert in allen Farben des Regenbogens und verschwindet schließlich in der Luft – als würde er dorthin zurückkehren, wo das Licht wohnt.

Manchmal liegt ein zarter Duft in der Luft, süß und kühl zugleich, und wer nähertritt, bemerkt: Das Wasser selbst schillert – nicht das Licht auf seiner Oberfläche, sondern die Strömung an sich.

Berührt man sie, bleibt ein Hauch von Farbe auf der Haut zurück, als hätte das Licht kurz vergessen, unsichtbar zu sein.

Man sagt, der Regenbogen-Bach sei kein gewöhnliches Wasser, sondern ein Stück des Himmels, das zu Boden gefallen ist.

💧 Das Farbwunder

Das Wasser des Regenbogen-Bachs hat eine erstaunliche Eigenart: Es färbt alles, was mit ihm in Berührung kommt.
Ein kleiner Schluck genügt, um Haut oder Haare zart zu tönen – wer hineinfällt, darf sich auf ein kräftiges, oft grelles Ergebnis gefasst machen.

In Horvi gilt es längst als kleine Modeerscheinung, vor Festen oder Feiern einen Tropfen zu trinken oder damit Kleidung zu besprenkeln.
Einige Bewohner färben Tischdecken, Bänder oder Stoffblumen damit – nie dauerhaft, aber immer mit spektakulärem Effekt.
Nach zwei bis drei Tagen verschwindet jede Spur, und alles kehrt in seinen ursprünglichen Zustand zurück.

Das Wasser entscheidet selbst, welche Farbe man bekommt – der „blaue Abschnitt“ färbt also nicht unbedingt blau.
Mini-Wurz nennt das „unberechenbaren Unsinn“, Rosie hingegen „magische Ehrlichkeit“.

„Ich bad’ da sicher nicht drin. Am Ende komm ich noch lila raus!“

— Mini-Wurz

🌿 Die heilende Quelle

Neben seiner Färbekraft besitzt der Bach eine sanfte, fast spürbare Lebenskraft.
Pflanzen, die mit seinem Wasser gegossen werden, erholen sich innerhalb weniger Stunden – selbst welke Blätter richten sich wieder auf, und Blüten öffnen sich neu.
Einige Bewohner schwören, dass auch kleine Wunden schneller verheilen, wenn man sie mit Regenbogenwasser abspült.

Mausi gießt ihre Kräuter damit, wenn sie krank aussehen – meist hilft es, manchmal glitzern sie danach auch einfach.
Rosie meint, der Bach heile nicht nur, er erinnere alles Lebendige daran, wie schön es einmal war.

„Ein bisschen Regenbogenwasser wirkt Wunder – und wenn nicht, sieht’s wenigstens hübsch aus.“

— Mausi

🍃 Das Schillerblatt

Am Ufer wächst das Schillerblatt, eine Pflanze, die ständig ihre Farbe verändert.
Kein Blatt gleicht dem anderen – manche sind gestreift, andere schimmern, wieder andere wirken, als wären sie aus Glas.

Die Ameisen vom Tausch-Hügel akzeptieren das Schillerblatt als Währung – aber nur, solange es noch bunt ist.
Sobald es verblasst, verliert es seinen Wert und sieht aus wie ein gewöhnliches Kraut.

Der Farbenzauber hält nur zwei bis drei Tage.
Mini-Wurz wollte einmal ein besonders schönes Blatt zum Tausch-Hügel bringen, wurde aber unterwegs ständig aufgehalten –
am Ende war das Blatt grau, und die Ameisen haben ihn ausgelacht.

🪶 Tiere und Umgebung

Rund um den Bach leben Schillerfinken, Regenbogen-Libellen und Glimmerfrösche.
Ihre Farben verändern sich ständig – mal leuchten sie, mal sind sie zart bunt angehaucht.

Selbst das Gras rundherum ist nie gleich:
An einem Tag schillert es in Pastelltönen, am nächsten glüht es, als hätte jemand Farbe verschüttet.

🌫️ Gerüchte & Ursprung

Manche glauben, der Regenbogen-Bach fließe unterirdisch von den Schimmerklippen her und tauche hier wieder auf.
Andere sagen, er sei gar kein echter Bach, sondern ein Stück Regenbogen, das versehentlich liegen geblieben ist.

Sicher ist nur: Er hat kein sichtbares Ende.
Er verschwindet einfach in der Luft – als würde er langsam in den Himmel zurückkehren.

„Der Bach färbt nicht die Welt, er erinnert sie nur daran, dass sie bunt sein darf.“

— Rosie