Große, moosbewachsene Fels-Regentonne voller Wasser, umgeben von Bergen im Zaubergarten-Stil

Die Regentonne – Das Wasser, das nie gleich bleibt

Westlich des Zaubergartens, mitten im Zipfel-Gebirge, steht die Regentonne von Horvi – eine riesige, runde Felsformation, deren Oberfläche glatt wie polierter Stein wirkt.

An der Basis wachsen Moos, Farne und kleine Pflanzen, und an einer Seite winden sich Lianen hinauf, als wollten sie wissen, was da oben passiert.

Von unten sieht man nur den massiven Fels, doch wer sich in die Berge wagt, kann von dort den Rand erkennen – und manchmal auch das grünlich schimmernde Wasser darin.

Es steht fast immer bis kurz unter dem Rand, manchmal randvoll, manchmal kaum sichtbar – völlig unabhängig vom Wetter.

💧 Das Fass mit eigener Meinung

Der Wasserstand folgt keinem erkennbaren Muster.
Wenn es in Strömen regnet, sinkt der Pegel.
In trockenen Wochen dagegen füllt sich die Tonne bis zum Überlaufen.
Mini-Wurz nennt sie das „störrischste Fass der Welt“.

Er führt seit Jahren Buch über die Schwankungen, doch eine Logik hat er bisher nicht gefunden.
Jeden Dienstag stapft er ins Zipfel-Gebirge, stellt sich mit Fernglas und Notizbuch auf den höchsten Felsen und überprüft den Wasserstand.

„Ich hab’s aufgegeben, sie zu verstehen – aber ich kann wenigstens drüber Buch führen.“

— Mini-Wurz

🌿 Mini-Wurz und die Liane

Früher hat Mini-Wurz versucht, selbst bis zum Rand zu gelangen.
Zuerst wollte er an der Liane hochklettern, die sich an der Felswand emporschlängelte.
Er kam immerhin drei Meter weit, bis die Liane nachgab und er rückwärts in einen Farnbusch fiel.

Etwas später hatte er die Idee mit dem Stabhochsprung.
Der Versuch endete spektakulär – er erreichte nicht einmal die Hälfte der Höhe und stieß sich die Nase am Fels.

Seitdem hat er beschlossen, auf „bodennahe Forschung“ umzusteigen und das Phänomen lieber aus sicherer Entfernung zu beobachten.

Rosie bittet er immer wieder, für ihn nach oben zu fliegen und nachzusehen.
Manchmal macht sie das, aber nur, wenn sie gerade gute Laune hat.

🌬️ Winde über der Tonne

Über der Regentonne herrschen seltsame Luftströmungen.
Kein Vogel, keine Libelle und auch keine Elfe kann direkt darüber hinwegfliegen.

Rosie hat es mehrmals versucht – jedes Mal wurde sie von einer unsichtbaren Böe zur Seite gedrückt.
Was sie jedoch berichten konnte: Das Wasser ist klar, ruhig und spiegelt das Licht wie Glas.

„Ich flieg da nicht mehr rüber – der Wind da oben ist launischer als Mini-Wurz am Montagmorgen.“

— Rosie

🔎 Wie tief ist tief?

Wie tief die Regentonne wirklich ist, weiß niemand.
Von unten wirkt sie gewaltig, aber ob sie bis in den Fels reicht oder nur eine flache Vertiefung ist, darüber streiten sich alle.

Manche behaupten, sie sei tief genug, um mit anderen Wasserquellen in Horvi verbunden zu sein.
Andere wiederum sind überzeugt, dass dort unten ein Wasserwesen lebt – alt, groß und ziemlich schlecht gelaunt.
Niemand hat es je gesehen, aber das hält die Gerüchte nicht auf.

„Wenn’s irgendwo plätschert, steckt Mini-Wurz meistens schon mit dem Zollstock drin.“

— Mausi

🌙 Zwischen Fels und Geheimnis

Die Regentonne ist eines jener Rätsel, die niemand so richtig lösen kann – und vielleicht ist genau das ihr Reiz.
Kein Wetter, keine Jahreszeit, kein Wesen kann sie beeinflussen.
Sie steht einfach da, fest und still, und macht, was sie will.

Und während Rosie die Berge meidet und Mausi nur den Kopf schüttelt, steht Mini-Wurz dienstags wieder auf seinem Felsen, blickt durch das Fernglas und murmelt: „Na gut, du hast gewonnen – bis nächste Woche.“